VORSCHLAG AUS BRÜSSEL: BERLINER KISSEN FÜR DEN TWISTRINGER WEG

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 Nach Bürgeranfrage: Europaabgeordneter Arne Gericke (Familien-Partei) schaltet sich im Bobby-Car-Streit ein / Brief an Bürgermeister: „Ziel muss Lösung im Sinn der Kinder sein“ – ähnliche Probleme bundesweit: Kostengünstige Verkehrsberuhigung

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WILDESHAUSEN/BRÜSSEL. Im Streit um das Bobby-Car im Twistringer Weg bekommen die betroffenen Familien nun unverhofft Unterstützung aus dem Brüsseler Europaparlament. Informiert durch eine Bürgeranfrage hat der Europaabgeordnete Arne Gericke (Familien-Partei), seines Zeichens Kommunalexperte der drittstärksten EKR-Fraktion, sich mit einem Vorschlag in die „an sich kommunale Angelegenheit eingeschalten“. In einem Brief an Bürgermeister Kuraschinski bittet er darum, „konstruktive Lösungen im Sinn der Kinder zu suchen, bevor etwas Schlimmeres passiert“. Seine Idee: 30er-Zone im gesamten Bereich, mehr Geschwindigkeitskontrollen und der Einbau kostengünstiger „Berliner Kissen“ zur „effektiven Abbremsung der Raser“. Klappt das nicht, solle die Stadt „das Bobby-Car als eine Art Mahnmal dulden“.

Der Wildeshausener Fall ist für den Europapolitiker Gericke nicht der erste, in dem Bürger aus seinem „Wahlkreis Deutschland“ sich an ihn wenden: „Immer wieder schreiben mir besorgte Eltern in solchen Fällen – und oftmals findet sich auch bald eine bessere Lösung.“ Auch im Wildeshausener Fall stellt Gericke sich an die Seite der betroffenen Familien: „Man muss die Sorgen der Eltern ernst nehmen und die Kinder schützen.“ Allein die Lage des Twistringer Weges und die Anbindung des Kindergartens ließen erahnen, wie hoch das Verkehrsaufkommen jenseits des normalen Anliegerverkehrs zu Stoßzeiten ist.

Wenn schon die Zahl der Fahrzeuge nur schwer zu reduzieren sei, „muss es gemeinsames Anliegen sein, die Raser unter ihnen auszubremsen“. Da dies oftmals schnell und kostengünstig geschehen müsse, hat Gericke gute Erfahrungen mit dem Modell der „Berliner Kissen“ – nicht umsonst eine der EU-weit beliebtesten Maßnahmen gegen rasende Fahrer: „Berliner Kissen aus Betonteilen oder Hartgummiprodukten lassen sich schnell und kostengünstig montieren – und ihre Wirkung ist bei überhöhter Geschwindigkeit im wahrsten Sinn des Wortes durchschlagend“, so Gericke. Zudem empfiehlt er im Schreiben an Kuraschinksi, eine Ausdehnung der 30er-Zone auf die gesamte Straße, elektronische Hinweisschilder gegen Raser und verstärkte Verkehrskontrollen: „Es geht da auch um die Sicherheit der Pusteblume-Kinder“.

Gemeinsam mit Carsten Krehl, stellvertretendem Landesvorsitzenden der Familien-Partei Niedersachsen, will Gericke zudem den direkten Kontakt zu den betroffenen Familien suchen: „Die niedersächsische Kommunalgesetzgebung bietet viele Möglichkeiten, um Ziele, die einem am Herzen liegen, zu erreichen.“ Und, so Gericke, sollte sich wirklich keine passende Alternative bieten, „dann muss die Stadt ihre Anordnung wegen unerlaubter Sondernutzung zurücknehmen und das Bobby-Car dulden – sei es als eine Art Mahnmal oder Kunstwerk. Geht nicht, gibts nicht – da fällt ihnen schon was ein.“

Foto: Will am Twistringer Weg eine schnelle Lösung im Sinn der Kinder – und baut dabei auf „Berliner Kissen“: Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei.

 

Author: gericke