Europaabgeordneter kritisiert: Bühler Schließungspläne gefährden sichere Geburt!

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Gericke schreibt an Kommunalpolitiker: Geburtenstation am Krankenhaus erhalten / Nicht nur ökonomischen Interessen folgen: Gefahr für sichere Geburt und regionale Zukunftsfähigkeit

BRÜSSEL/BÜHL. In einem eindringlichen Schreiben hat Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei, sich an Bürgermeister Hubert Schnurr und Landrat Jürgen Bäuerle gewandt und den Erhalt der Geburtenstation in Bühl gefordert: „Im Falle einer Geburtenstation muss es einfach mehr geben als rein wirtschaftliche Interessen. Das Recht auf sichere Geburt muss als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge gerechnet werden – es ist Grundlage regionaler Zukunftsfähigkeit: Nachwuchs ohne Geburtshilfe gibt es nicht.“ Als Europaabgeordneter, so Gericke, betrachte er die „Entwicklungen in ganz Deutschland mit großer Sorge: Landauf, landab stehen Geburtsstationen vor dem Aus, Hebammen werfen das Handtuch, die Lücken der Unterversorgung werden eklatant – sie bringen Gebärende und Neugeborene in Lebensgefahr.“ Kreis und Stadt seien deshalb „in vielfacher Hinsicht gut beraten, sich von den Sorgen der Mütter und nicht den Bilanzen der Bänker leiten zu lassen: Dann stehen die Zeichen für Bühls Geburtshilfe weiter auf grün!“

Gericke selbst ist – auch als Europapolitiker – ein Verfechter flächendeckender Geburtshilfe: „Wir brauchen das Recht werdender Mütter auf freie, sichere und erreichbare Geburtshilfe – und müssen es in den Regionen achten.“ Die Entwicklung, so der Europapolitiker, sei in vielen europäischen Ländern schwierig: „Aber in kaum einem anderen EU-Land ist die Lage so bedrohlich und akut wie in Deutschland.“ Verschärft würde sie durch bundesweite, beinahe wöchentliche Schließungen von Geburtsstationen und das rasante Hebammensterben aufgrund unerträglich hoher Haftpflichtlasten – „alles Themen, die in den zuständigen Bundes- und Landesministerien bekannt sich. Getan hat sich bis heute: Nichts. Im Gegenteil: Entwicklungen wie in Brühl laufen ungedrosselt weiter.“

Dabei, so Gericke, zeigten „die engagierten Proteste betroffener Mütter und Bürger wie hier in Bühl, wie wichtig und elementar das Thema sei.“  Das als „reine Nostalgie“ abzutun, so der Abgeordnete, „ist eine pure politische Frechheit!“ Gericke selbst unterstützt die Petition der Aktion „S’Bühler Kind“.

Bürgermeister, Landrat und den beiden Kommunalparlamenten empfiehlt der Abgeordnete  deshalb, „sich nicht allein von den Bilanzen der Bänker leiten zu lassen und stattdessen die berechtigten Sorgen von Müttern und Hebammen ernst zu nehmen: Hier übertreibt keiner – wir setzen das Recht auf freie, sichere Geburt in erreichbarer Nähe aufs Spiel.“ Stadtrat und Kreistag wünscht Gericke deshalb „von Herzen die Weisheit, einen nahezu unumkehrbaren Beschluss abzuwenden, den Stadt und Region in wenigen Jahren bitter bereuen würden. Ein Beschluss, der auf lange Sicht auch Gesundheit und Leben Gebährender und Neugeborener in der Region gefährden wird.“In der Sache leidenschaftlich: Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei.

 

 

Author: gericke