Europaabgeordneter kritisiert Still-Rauswurf bei Zara in Saarbrücken

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Unterstützung für junge Mutter: „Stillen ist das Natürlichste der Welt“ / Schreiben an Zara-Chef Alipass und Sozialministerin Bachmann / EU-Siegel „Stillender Stern“ fürs Cafe gegenüber

SAARBRÜCKEN/BRÜSSEL. „Stillen ist hier verboten“ – mit wohl rüden Worten ist eine junge Mutter diesen Montag aus der Zara-Filiale in der Saarbrücker Bahnhofstraße geworfen worden und hat darüber bei facebook geschrieben. Nun hat sich auch die Politik eingeschalten: Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei, kritisiert in einem Schreiben an Zara-Chef Matthias Alipass das Verhalten der Saarbrücker Zara-Mitarbeiter: „Stillen ist das Natürlichste der Welt. Eine junge Mutter deswegen des Ladens zu verweisen ist unsäglich!“ Zumal, so Gericke, die Betroffene zuvor sogar noch eine Mitarbeiterin gefragt habe, wo sie stillen könne. „Da ist eine Entschuldigung mehr als überfällig“, so der Abgeordnete. In einem weiteren Schreiben an Sozialministerin Monika Bachmann fordert Gericke, „stillende Mütter landesweit den Rücken zu stärken“. Lob dagegen gibt es für die Segafredo Bar in der Discontopassage: „Dort durfte die Mutter nach dem Zara-Rauswurf stillen – und bekam sogar noch ein Glas Wasser dazu.“

Schon unmittelbar nach dem Vorfall hatte Gericke sich in einem Schreiben an die Mutter gewandt: „Kinder zu stillen, ist das natürlichste der Welt. Es geht darum, den Bedürfnissen der Kleinen nachzukommen, Hunger zu stillen. Das Verhalten der Zara-Mitarbeiter Ihnen gegenüber ist meines Erachtens inakzeptabel, es ist diskriminierend.“ Und der Abgeordnete weiß, wovon er spricht: „Als Europaabgeordneter der Familien-Partei kenne ich leider viele Fälle, in denen stillende Mütter erlebt haben, was Sie erfahren mussten. Und genau deshalb kämpfe ich im Europaparlament für ein europaweites „Recht auf Stillen“ – so wie viele US-Staaten und Großbritannien es lange schon kennen.“ Und nicht nur das: Zusammen mit Abgeordneten aus acht EU-Staaten hat Gericke das EU-weit einheitliche Siegel „Stillender Stern – stillende Mamas willkommen“ entwickelt. Allein in Deutschland verweist das Symbol auf fast 1000 stillfreundliche Orte.

Klartext spricht der Abgeordnete in seinem Schreiben an Zara-Chef Alipass: „Die Reaktion der Saarbrücker Mitarbeiter – also der Rauswurf der stillenden Mutter – ist unsäglich. Stillen ist etwas Natürliches, nicht anrüchig. Und wer damit ein Problem hat, der hat ein Problem. Ich hoffe, Sie finden einen Weg, das in angemessener Form an die Beteiligten zurückzumelden. Ich meine, eine Textilkette, die sich auch bevorzugt an junge Mütter als Kunden wendet, sollte ein Mindestmaß an Familien- und Kinderfreundlichkeit garantieren. Stillfreundlichkeit gehört definitiv dazu.“

Auch Sozialministerin Monika Bachmann hat Gericke informiert: „Vorfälle wie dieser zeigen mir, dass wir im Saarland und ganz Deutschland mehr tun müssen, um stillenden Müttern den Rücken zu stärken: Stillfeindlichkeit ist Diskriminierung von Frauen. Hier ist auch die Sozialministerin gefordert.“

Lob dagegen gibt es von Gericke für das Segafredo-Cafe in der Disconto-Passage. „Die Mutter hat mir berichtet, dort nach dem aufwühlenden Rauswurf bei Zara freundlich und verständnisvoll empfangen worden zu sein. Sie durfte nicht nur stillen – sie bekam auch noch ein Glas Wasser dazu. Dieses Cafe ist wirklich ein vorbildhaft stillfreundlicher Ort.“ Und weil dem so ist, hat Gericke Ein „Stillender Stern“ als Wegweiser.seinem Dankesbrief einen „Stillenden Stern“ beigelegt – „wenn die Betreiber es wollen, können Sie diesen Aufkleber an der Eingangstüre anbringen und zeigen, was sie sind: Stillfreundlich!“

Author: gericke