Freie Wähler fordern: „Kraftakt für Geburtshilfe in MV“

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Gefahr für die sichere Geburt: Europaabgeordneter und Landesvorsitzender appellieren an Ministerpräsidentin / „Schließung in Wolgast war ein großer Fehler“ / Hebammen und lokale Strukturen fördern

SCHWERIN. Mit einer „Reisewarnung für Schwangere“ hat der Verein Mother-Hood e.V. vor wenigen Tagen für Aufregung in Mecklenburg-Vorpommern und anderen als „kritisch“ eingestuften Bundesländern gesorgt. Unterstützung bekommen die Initiatoren von den FREIEN WÄHLERN. In einem gemeinsamen Schreiben an Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fordern Europaabgeordneter Arne Gericke und Landesvorsitzender Gustav Graf von Westarp einen landesweiten „Kraftakt für Geburtshilfe in MV“. Viel zu lange habe die Landespolitik „den Kopf in den Sand gesteckt und Fehlentscheidungen gnadenlos durchgezogen“. Exemplarisch dafür stehe die Schließung der Wolgaster Geburtsklinik. „Wir brauchen eine wohnortnahe Versorgungsgarantie in der Geburtshilfe – gerade in ländlichen Bereichen, Küsten- und Inselregionen“, so die Freien Wähler. Neben Reaktivierung und Erhalt aller Geburtsstationen müsse die Landesregierung deshalb auch mit Eigenmitteln „Hebammen unterstützen und kommunale Strukturen der Geburtshilfe und Nachsorge möglich machen.“

Für Gericke und von Westarp ist die von Mother-Hood präsentierte Reisewarnung lediglich eine weitere rote Ampel auf der Irrfahrt der Landesregierung: „Die Situation in der Geburtshilfe verschärft sich seit Jahren – und die Verantwortlichen in Schwerin stecken den Kopf nur immer tiefer in den Sand“, so von Westarp. Für Gericke ist klar: „Wir müssen jetzt handeln – und brauchen dafür einen landesweiten Masterplan!“ Einen solchen hatte er zuletzt für Maßnahmen auf Bundesebene präsentiert und dafür die Unterstützung zahlreicher Fachverbände geerntet.

Die Landesregierung müsse das Problem vor allem auch „in seiner Vielschichtigkeit akzeptieren“, so von Westarp: „Wir kämpfen hier gegen die Gesundschrumpfung privatisierter Krankenhäuser, die Unterfinanzierung der Hebammen und grundsätzliche Strukturprobleme unserer Region.“ Im Grunde, so die FREIEN WÄHLER, verlange eine wohnortnahe Versorgung bei Geburten nach kommunalen Lösungen – „die Kommunen alleine aber können diese Last nicht tragen“. Gemeinsam mit dem Land gelte es, „neue Wege zu gehen und innovative Konzepte zu testen“ – und gemachte Fehler zu korrigieren: „Die Schließung in Wolgast war ein großer Fehler, der nach Korrektur verlangt. Es gilt, auf die Stimme der Bürger zu hören – und nicht, sinnvolle Strukturen zu schließen, nur um die defizitäre Uniklinik in Greifswald zurück ins Plus zu holen.“

Mecklenburg-Vorpommern könne „mit etwas politischem Willen und finanziellen Mitteln“ zu einer Vorzeigeregion für sichere Geburt und wohnortnahe Versorgung in Deutschland werden – und das nicht ohne Eigennutz: „Bei der insgesamt zunehmenden Verschärfung wird funktionierende Geburtshilfe zunehmend zu einem harten, messbaren Standortfaktor für Familien in Deutschland. MV kann dabei nur gewinnen.“

Konkret bringen die FREIEN WÄHLER nach Schweizer Vorbild ein „kommunales Wartegeld“ für Hebammen ins Spiel, regen die Einstellung (inter)kommunaler Beratungshebammen in der Vor- und Nachsorge an und fordern die Einrichtung kommunaler Geburtshäuser. Letztere, so Gericke, könnten auch mit Hilfe von EU-Fördermitteln realisiert werden. Ein Punkt, den der Europaabgeordnete bereits bei der EU-Kommission abgefragt hatte.

Author: gericke