Gericke fordert: Europäischer Menschenrechtspreis für Asia Bibi

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Inhaftierte Christin in Pakistan vorgeschlagen für Sakharov-Preis der EU / „Ein Signal für die Religionsfreiheit setzen“ / Herrenhuter Stern als Zeichen der Hoffnung

STRASSBURG. Jahr für Jahr vergibt das Europäische Parlament den Sakharov-Preis für Menschenrechte und Meinungsfreiheit. Gemeinsam mit Fraktionskollegen hat der Europaabgeordnete Arne Gericke (Freie Wähler) dafür die in Pakistan für ihren Glauben inhaftierte Christian Asia Bibi vorgeschlagen.  Die Katholikin und fünffache Familienmutter sitzt dort seit Juni 2009 wegen angeblicher Beleidigung des Islams ein – und unterstützt von Gericke und zahlreichen anderen Europaabgeordneten kämpft ihre Familie für die Freilassung. Als Vizepräsident der Parlamentarischen Arbeitsgruppe für Religionsfreiheit war Gericke 2015 mit einer Delegation selbst nach Pakistan gereist, um ihre Familie zu treffen und für die Freilassung Bibis zu kämpfen. Seitdem ist der Neubukower Abgeordnete in der Sache aktiv.

Die Auszeichnung mit dem Sakharov-Preis ist für Gericke „ein wichtiges Signal an Millionen Christinnen und Christen, die weltweit gegen ihre Verfolgung kämpfen – und dafür, schlicht und einfach ihren Glauben ohne Angst ums eigene Leben ausüben zu dürfen“. Es gehe, so Gericke, „deshalb nicht nur um die Person Asia Bibi – sie ein lebendes Symbol der unerträglichen Christenverfolgung weltweit.“ Dass der Preis auch der jungen Mutter persönlich helfe, hofft der Abgeordnete trotzdem: „Renommee der Auszeichnung, öffentliche Wahrnehmung und nicht zuletzt das Preisgeld von 50.000 Euro können helfen, sie zu befreien.“

Gefangen genommen im Juni 2009, wurde Asia Bibi am 8. November 2010 zum Tode verurteilt. Seither sitzt sie in der Todeszelle. Im vergangenen April forderten bekannte islamische Prediger des Landes bereits ihre sofortige „exemplarische“ Hinrichtung. Die Imame sprachen von einem gärenden „Volkszorn“, weil Todesurteile nach dem 1986 eingeführten, berüchtigten Anti-Blasphemiegesetz „zum Schutz des Islams“ nicht exekutiert würden. Gericke und seine Mitstreiter versuchen, den Tod Bibis mit allen diplomatischen und politischen Mitteln zu verhindern, ihre Freilassung und Begnadigung zu erreichen.

Damit aber nicht genug: „Im Ende geht es um nichts anderes, als in Pakistan endlich Religionsfreiheit zu garantieren“, sagt Gericke an die Adresse der dortigen Regierung gerichtet. Immer wieder treffe er hochrangige Vertreter Pakistans: „Worte bringen nichts mehr – wir alle wollen Taten sehen“, so Gericke bei seinem Besuch vor Ort. Doch selbst Pakistans Premier weigert sich, den Streit ums „Blasphemie-Gesetz“ auf UN-Ebene auch mit nur einem Wort zu erwähnen. „Typisch für alle Regierungsverantwortlichen und Behörden in Pakistan“, sagt Gericke: „Die wollen das Thema Blasphemie nicht anrühren.“ Im Gegenteil: Jeder, der im Land bereit sei, sich der Sache anzunehmen, „riskiert, das Opfer radikaler Muslime zu werden.“

Der Sakharov-Preis wird im Dezember in Straßburg vergeben. Noch vor November wird sich das Europaparlament auf den Kandidaten einigen. „Die Konkurrenz ist groß“, sagt Gericke selbst – und hofft dennoch „auf die Bereitschaft der EVP und anderer Fraktionen, uns als EKR im Kampf für Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung weltweit zu unterstützen. Mit einer Auszeichnung Asia Bibis können wir ein echtes Zeichen setzen.“ Gericke selbst ist hoffnungsvoll: „Als wir in Pakistan waren, habe ich Asia Bibis Familie einen Herrenhuter Stern als Zeichen der Hoffnung War 2015 selbst in Pakistan, um gemeinsam mit der Familie von Asia Bibi für deren Freilassung zu streiten: Europaabgeordneter Arne Gericke.überreicht – und meines Wissens leuchtet er dort noch immer.“

Author: gericke