Gericke kritisiert Schwesig: Mutterschutzgesetz mobbt stillende Mütter!

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Höchstens 12 Monate: Europaabgeordneter der Familien-Partei kritisiert verordnete Still-Frist / Ambitionierten Vorschlag auf EU-Ebene formulieren – „Diskriminierung stillender Mütter beenden!“

SCHWERIN/BERLIN. „Spätestens wenn das Kind 12 Monate alt ist, ist das Stillen weder aus ernährungsphysiologischer noch aus immunologischer Sicht notwendig“ – so heißt es im neuen Mutterschutzgesetz der Bundesregierung. „Eine krasse Bevormundung und Diskriminierung stillender Mütter, die zudem jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehrt“, so Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei – und stellt sich damit an die Seite protestierender Hebammen- und Stillverbände. Im Straßburger Europaparlament kämpft Gericke selbst für ein europaweites „Recht auf Stillen“. Entsprechend scharf ist seine Kritik an den zuständigen SPD-Ministerinnen Andrea Nahles und Manuela Schwesig: „Ich frage mich, wie gerade zwei junge Mütter im Ministeramt einen solchen Text verbrechen und damit ihr ungerechtfertigtes, diskriminierendes Pauschalurteil über alle stillenden Mütter fällen können!“ Für Gericke ist klar: „Stillen ist das Beste – solange Mutter und Kind es wollen. Die Frage ‚Wie lange‘ dürfen allein die Mütter für sich entscheiden – da muss ihnen keine neunmalkluge Ministerin Vorschriften machen!“

Entsprechend kontraproduktiv empfindet Gericke die entsprechende Passage im neuen Mutterschutzgesetz der Bundesregierung und stellt sich damit an die Seite vieler Hebammen- und Mütterverbände: „Die vollkommen ungerechtfertigt verordnete Still-Frist zeigt mir, dass das neue Mutterschutzgesetz keine wahren Mehrwerte bringt – im Gegenteil: Es mobbt stillende Mütter, macht sie weiter zur Verfügungsmasse im engen Korsett des Arbeitsmarktes. Nahles und Schwesig haben das Gesetz allenfalls für und mit Arbeitgebern geschrieben – nicht mit Müttern, nicht für Mütter!“

Gericke ist als Koordinator der drittstärksten Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer im Frauenausschuss des Europaparlament und Mitglied des Sozialausschusses eng betraut mit der Ausarbeitung einer neuen EU-Mutterschutzrichtlinie auf europäischer Ebene: „Diese Mutterschutzrichtlinie kann auf europäischer Ebene einen Rahmen schaffen, der werdende Mütter und Stillende in der Arbeitswelt wirklich besser schützt. Sie kann und muss Fehler korrigieren, die Schwesig und Nahles jetzt in ihrem Gesetz verbrochen haben.“

Noch im Herbst, so Gerickes Prognose, werde die EU-Kommission einen Neuentwurf der zuletzt über fünf Jahre im Europäischen Rat blockierten Mutterschutzrichtlinie vorlegen. „Wir werden dann sehr genau prüfen, was die Brüsseler Beamten uns vorschlagen. Ich werde den Entwurf breit mit Hebammen, Stillgruppen und Mütter-Verbänden debattieren, um dann entsprechende Änderungsanträge in das Verfahren einzubringen.“Ein „Stillender Stern“ als Wegweiser.

Author: gericke