Gericke: Tagesmütter landesweit vernetzen, fördern, besser bezahlen!

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Schon im Wahlprogramm: „Tagesmütter sind vielfach die bessere Variante“ / Europaabgeordneter Gericke: Kommunale Konzepte der Tagesbetreuung mit Landesförderung schaffen / Kritik an Rostocks Sozialsenator Bockhahn: „Schönfärberei“

ROSTOCK/SCHWERIN. Die Tagesmütter in Mecklenburg-Vorpommern schlagen Alarm: Zu niedrige Betreuungssätze, steigende Kosten, kaum Rückhalt bei Land und Kommunen erschweren ihr berufliches Überleben. Unterstützung kommt nun vom Rostocker Europaabgeordneten Arne Gericke, gleichzeitig Bundesvorsitzender der Familien-Partei. Schon zur Landtagswahl hatte diese in ihrem Programm die bessere Bezahlung und Vernetzung der Tagesmütter gefordert, um ihre flächendeckende Verfügbarkeit und hohe Qualitätsstandards zu garantieren: „Es kann nicht sein, dass die Tagesmütter in MV einkommenstechnisches Schlusslicht in Deutschland bilden. Kommunen brauchen die volle Unterstützung des Landes“, denn, so Gericke, beide könnten dabei sogar sparen: „Tagesmütter kosten im Durchschnitt nur die Hälfte eines Kita-Platzes – und das bei deutlich besserem Betreuungsschlüssel.“

Gericke verweist dabei auch auf Erfahrungen und Berichte aus anderen europäischen Ländern: „Gerade Kolleginnen aus nordeuropäischen Staaten berichten von den großen Erfolgen kommunaler Tagesmütter. Statt teurer Kita-Neubauten mieten die Kommunen dort bedarfsgerecht Immobilien, um kommunale Kinderhäuser einzurichten, in denen die Kleinen dann in kleinen, familienähnlichen Gruppen von qualifizierten Tagesmüttern betreut werden – erfolgreich, persönlich und kostengünstig.“ Zudem biete man flächendeckend, gerade in strukturschwachen Regionen, Arbeitsplätze für Mütter.

Ein Konzept, das seine Familien-Partei im Landtagswahlkampf auch für MV ins Spiel gebracht hatte: „Es geht nicht darum, Kitas zu ersetzen. Aber ich bin überzeugt, wir könnten damit günstig, flexibel und familienfreundlich den Betreuungsnotstand in vielen Kommunen bekämpfen.“ Das, so Gericke, dürfe aber nicht den Kommunen allein überlassen werden: „Wir brauchen Förderungsmittel des Landes bei der Einrichtung solcher Kinderhäuser, wir brauchen eine bessere Vernetzung der Tagesmütter, ihre kontrollierte und zertifizierte Qualifizierung sowie einheitliche Mindestsätze in der Bezahlung. Hier hat die Landesregierung geschlafen – hier bleiben große Potentiale ungenutzt.“

Scharfe Kritik äußert Gericke auch an Rostocks Sozialsenator Bockhahn (Linke): „Dass er den 149 Tagesmüttern in Rostock künftig 11 Prozent mehr zugesteht und damit landesweit an die Spitze rückt, ändert nichts an der Tatsache, dass die Tagespflegepersonen im Land noch immer nur halb so viel verdienen wie der Bundesdurchschnitt ihrer Kollegen, gar nicht zu sprechen vom Vergleich mit dem Einkommen von Kita-Erzieherinnen.“ Dabei, so Gericke, „ist doch die Links-Partei immer die erste, die schreit, wenn es um ‚gleichen Lohn für gleiche Arbeit‘ geht – scheinbar nur ein Slogan, der nur gilt, so lange man nicht selbst in der Verantwortung als Arbeitgeber steht. Der Sozialsenator betreibt hier ganz eindeutig politische Schönfärberei.“

Für die Familien-Partei fordert Gericke deshalb landesweit eine Verdoppelung der Zahl der Tagesmütter, ihre kommunale Anstellung bei Unterstützung durch das Land, einen Rechtsrahmen für kommunale KinderHäuser sowie die Gründung eines Netzwerks und Zertifizierungsprogrammes für Tagespflegepersonen in MV. Landesweit einheitlich und neu geregelt werden müsse auch der Zahlungsmodus: „Es kann nicht sein, dass Tagesmütter von den Kommunen wie Selbstständige behandelt, mit jeglicher finanzieller Verantwortung allein gelassen werden „und dazu verdammt sind, ihr Geld bei den Eltern selbst einzutreiben. Vertragspartner muss die Kommune sein.“Voller Einsatz im Plenum

Author: gericke