Gericke: Türkische Offensive trifft auch Christen in Syrien!

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Europaabgeordneter der Familien-Partei und europäische Christdemokraten (ECPM) verurteilen Bombardement Nordsyriens /

BRÜSSEL/MANBIDSCH. „Ankaras Kampf gegen den IS ist eine militärische Blendgranate – in deren Lichtschatten sich die Waffen gegen das zuletzt entscheidend erfolgreiche, multiethnische Bündnis „Demokratische Kräfte Syriens – SDF“ richten“, so die heftige Kritik des Europaabgeordneten Arne Gericke, Mitglied der außenpolitischen task force der christdemokratischen European Christian Political Movement (ECPM). „Erdogan zielt auf Kurden – und trifft die mit ihnen erfolgreich verbündeten Mitglieder der christlich aramäisch-assyrischen Polizeimiliz Sutoro. Kräfte, die sich gemeinsam dem Ziel eines säkularen, demokratischen und föderal gegliederten Syrien verpflichtet haben, eine stabile nordsyrische Autonomieregion geschaffen und den IS dort – im europäischen Interesse – zurückgedrängt haben. All das vernichtet die Türkei nun mit ihrem scheinheiligen Einsatz – gedeckt von Russland und dem Iran“, sagt Gericke, der auch einer der kirchenpolitischen Experten seiner Fraktion ist.

Entsprechend falsch, so Gericke, liege auch die Bundesregierung mit der aktuellen Unterstützung der Türkei: „Der Kampf gegen den dort längst nicht mehr existierenden IS ist vorgeschoben, die Verbindungen zur PKK konstruiert, das türkische Ziel klar: Kurden schwächen, Macht ausbauen – koste es, was es wolle.“ Dass, so Gericke, dabei wichtige Rückeroberungen – etwa die der Stadt Manbidsch, in der erst kürzlich hunderte Geiseln ihre kurdisch-Arabisch-christlichen Befreier feierten – aufs Spiel gesetzt werden, „ist Ankara offensichtlich egal.“ Noch schlimmer: Nach Gerickes Informationen gehen die türkischen Truppen auch direkt gegen Christen vor. So habe Erdogans Armee unter anderem mit Artilleriegeschossen auf das überwiegend christliche Dorf Derik im Norden Syriens geschossen.

In der Sache leidenschaftlich: Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei.Damit richte sich Ankaras Aggression „ganz klar auch gegen die rund 15 Prozent Christen in Syrien“, so Gericke, der über seine ECPM in regelmäßigen Abständen sehr präzise Information über die Lage in Nordsyrien empfängt. „Syriens Christen waren und sind dort gemeinsam mit den Kurden und Arabern in den vergangenen Monaten Leuchttürme für die Vision eines friedlichen und demokratischen Syriens nach Assad, Garanten der Religionsfreiheit. Ihre Vision ist kühn – aber sie ist die bislang Einzige, die den Millionen Flüchtlingen in Europa, Libanon und Jordanien mittelfristig eine Option zur Rückkehr in ihre Heimat bietet.“

Gemeinsam mit anderen Kollegen der ECPM fordert Gericke deshalb vor allem von der deutschen Bundesregierung „ein ehrliches Machtwort: Weltpolitik ist kein Sandkasten, internationale Diplomatie kein Kindergarten. Und selbst da weiß man offensichtlich – bildhaft – mit zornigen Kindern und Sand werfenden Flegeln besser umzugehen, als aktuell in der großen Politik.“

Author: gericke