Gericke warnt: Europa will Roboter zu Menschen machen!

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Europaabgeordneter kritisiert „verstörende Ansätze“ im Delvaux-Bericht zur Robotik / Leider kein Witz sondern Tabubruch: „Persönlichkeitsrechte für autonom handelnde Maschinen“

STRASSBURG. Roboter mit künstlicher Intelligenz, Persönlichkeitsrechten und einem Personalausweis – was schwer nach Aldous Huxley klingt, ist tatsächlich Grundlage eines Berichts „zu zivilrechtlichen Regelungen im Bereich Robotik“ im Europäischen Parlament (2015/2103(INL)). Darin fordert die luxemburger Sozialdemokratin Mady Delvaux für die denkenden Maschinen unter anderem Persönlichkeitsrechte sowie eigene Robotergesetze – und treibt damit Arne Gericke, Europaabgeordneten der Familien-Partei und Vizepräsident der Arbeitsgruppe „Menschenwürde & Bioethik“ im Europaparlament auf die Barrikaden: „Beim ersten Blick dachte ich noch, dieser Bericht ist ein schlechter Scherz – heute weiß ich: Delvaux meint es leider ernst. Umso mehr muss man dem entschieden begegnen. Hier plant jemand einen Tabubruch.“

Schon in seiner Einleitung sei das Delvaux-Papier „schlichtweg verstörend“. So beginne die Abgeordnete ihre Ausführungen „mit einem Verweis auf Frankenstein, den Prager Golem und den klassischen Pygmalion“. Weiter heißt es, der Bericht wolle Maßstäbe setzen „an der Schwelle zu einer Ära, in der immer ausgeklügeltere Roboter, Bots, Androiden und sonstige Mainfestationen Künstlicher Intelligenz“ entstünden.

Ein „absolutes Tabu“, so Gericke, breche der Bericht, wenn er an einer Stelle die Frage aufwerfe, ob autonom handelnde Roboter nun „als natürliche Personen, als juristische Personen, als Tiere oder Gegenstände anzusehen“ seihen – und zu dem Schluss kommt, man brauche eine neue Kategorie der „elektronischen Person mit speziellen Rechten und Verpflichtungen“. Delvaux ergänzt das um die Idee eigener Roboterrechte – abgeleitet aus der „Kurzgeschichte Runaround von I. Asimov aus dem Jahr 1943“. Für Gericke „schlichtweg abstrus“.

Dem Menschenrechtsexperten ist klar: „Hier will sich jemand auf verstörend naive Art ein abstruses Gesetzgebungs-Denkmal setzen, der von der Materie keine Ahnung hat, noch schlimmer: der sein Roboter-Wissen aus Frankenstein-Filmen und Sience-fiction-Romanen speist.“

So lustig das klinge: „Wenn Gesetzgeber so handeln, ist das traurig und brandgefährlich.“ Allein der Ansatz, zu überlegen, „Verantwortung für ein Handeln auf Roboter zu übertragen, ihnen letztlich eine Art Personalausweis zu geben, ist schlichtweg krank!“ Egal, was Roboter irgendwann einmal autonom könnten – „die Verantwortung liegt immer beim Menschen.“ Wohin, so Gerickes Frage, solle die Entwicklung sonst führen? „Muss ich künftig direkt den Führerschein abgeben, weil ein Roboter-Polizist mich kontrolliert? Mieten Roboter Wohnungen? Ziehen Roboter in unsere Parlamente ein und stimmen für ihre Rechte?“

Dabei, so der Ethikexperte, „gäbe es durchaus Robotik-Debatten, die wir führen sollten: Etwa darüber, wie wir Menschenwürde da garantieren, wo Roboter künftig Pflegeaufgaben übernehmen. Und: Wo Robotik ihre Grenzen hat!“ Ein Thema, das der Delvaux-Bericht zwar anschneide, „das im Mischmasch ihrer wirren Ideen aber untergeht. Ich kann nur hoffen, dass zumindest die Debatten "Gefährlich, nicht witzig" findet Ethik-Experte Arne Gericke die Robotik-Gesetzgebung "wie aus einem billigen Science-Fiction-Roman" – und kritisiert scharf den Bericht der luxemburger Europaabgeordneten Mady Delvaux.und Abstimmungen zum Bericht von Vernunft getragen sind – wenn die Textvorlage selbst es schon derart vermissen lässt.“

Author: gericke