Grenzenlos im Unterricht: Landesschülerrat tagte im Europaparlament

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Europaabgeordneter Arne Gericke lud nach Brüssel ein: „Junge Menschen für Idee Europa gewinnen“ / Schwerpunktthemen Digitales und Inklusion / Unterstützung für kreisübergreifendes Projekt

BRÜSSEL/SCHWERIN. „Wie können wir junge Menschen neu für die Idee Europa begeistern?“ – diese Frage stand im Mittelpunkt einer dreitätigen Vorstandssitzung des Landesschülerrates Mecklenburg-Vorpommern, zu der der Rostocker Europaabgeordnete Arne Gericke (FREIE WÄHLER) das oberste Schülergremium des Landes ins Brüsseler Europaparlament eingeladen hatte. „Es war eine ganz besondere Erfahrung, quasi gemeinsam mit den Europaabgeordneten in einem offiziellen Sitzungsraum des Parlaments zu tagen“, berichtet Jakob Rese, Vorsitzender des LSR. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen plädiert er auch dafür, „der Geschichte Europas und dem System der EU mehr Raum im Unterricht zu geben: Wie sollen wir ein Projekt kritisch mitgestalten, dessen Struktur wir kaum kennen.“

Ähnlich lautet auch die Begründung Gerickes für den von ihm angeregten und bezahlten Besuch in Brüssel: „Alle sagen immer, sie wollen ein besseres Europa – und alle verlangen von der jungen Generation, sich entsprechend politisch einzubringen. Dafür brauchen die Jungen aber das entsprechende Rüstzeug. Und das muss ihnen der Unterricht bieten.“ Im Gespräch mit dem LSR-Vorstand schnitt Gericke noch zahlreiche weitere Themen an: „Unter anderem Digitalisierung an den Schulen, die Ausstattung der Schulgebäude und Größe der Klassen, Mitspracherecht der Schülervertretung und der Dialog mit dem Nachbarland Polen.“

Ein weiterer Schwerpunkt: Die Inklusion. Beeindruckt zeigten sich die Vorstandsmitglieder hier von einem Gespräch mit der belgischen Europaabgeordneten und Präsidentin der parlamentarischen Disability Group, Helga Stevens. Begleitet von einer Gebärdensprachen-Dolmetscherin berichtete sie von ihrer parlamentarischen Arbeit und den unterschiedlichen Ansätzen schulischer Inklusion in Europa: „Es gibt hier in allen Ländern noch ganz, ganz viel zu tun“, so die Europaabgeordnete, deren Gehörlosigkeit selbst im Gespräch im Grunde keine Rolle spielte: „Es war ein angeregtes Gespräch wie mit jedem anderen auch“, berichtet Hannah Kurek – „und eine schöne Erfahrung, das so als ganz normal zu erleben.“ So hat sich der Vorstand auch vorgenommen, das Thema der Inklusion in Mecklenburg-Vorpommern neu auf die Agenda zu bringen: „Wir nehmen viele konkrete Ideen und Vorschläge aus Brüssel mit.“

Auch bezüglich der mit Gericke und anderen Abgeordneten diskutierten Digitalisierung an Schulen haben die Schülervertreter einige Ideen gesammelt: „Es reicht einfach nicht, einen Laptop in die Schule zu stellen – wer das Digitale Klassenzimmer will, muss ein Gesamtpaket garantieren, bis hin zur besseren IT-Ausbildung der Lehrkräfte und einer technischen Betreuung der Anlagen.“ Sympathie äußerte der LSR-Vorstand für Gerickes Idee, dem EU-Programm „Wifi4EU“ einen eigenen Topf für Wlan an Schulen folgen zu lassen: „Wer mit Tablets und Laptops im Unterricht arbeiten möchte, braucht dafür drahtlose Netze – hier sollten wir investieren“, so der Abgeordnete.

Nachdem der Rat anschließend noch einmal intensiv „in camera“ getagt und zahlreiche Projekte und Veranstaltungen der kommenden Wochen besprochen hatte, folgte ein weiterer Höhepunkt des Besuchs: Gemeinsam mit Arne Gericke saßen die Vorstandsmitglieder Paul Winkel, Hannah Kurek, Carla Goltings und Jakob Rese im parlamentseigenen Fernsehstudio „VoxBox“, um dort im Format einer Talkrunde die Ergebnisse ihrer Brüsseler Klausur zu diskutieren – ein Beitrag, so der Abgeordnete, der in Kürze auf facebook und youtube zu finden sein werde. Letzter Punkt der langen Agenda der Schülervertretung: Absprachen mit dem Europaabgeordneten zu einem kreisübergreifenden Projekt des Landesschülerrats.

So unterstützt Gericke eine Broschüre des Gremiums über die rechtlichen Grundlagen der Schülervertretung in Mecklenburg-Vorpommern finanziell: „Es ist toll, was ihr gemeinsam auf die Beine stellt – und es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler im Land wissen, wann und wo sie aktiv Haben gemeinsam „Europa“ erkundet: Der Vorstand des Landesschülerrats mit dem Europaabgeordneten Arne Gericke im Europaparlament. Eifrig im Gespräch, einig in der Sache: Arne Gericke diskutiert die Frage der Digitalen Schule mit dem Vorsitzenden des Landesschülerrats, Jakob Rese.mitreden dürfen“, so seine Begründung. Die Broschüre soll in den nächsten Wochen gedruckt und dann landesweit verteilt werden.