Heftige Kritik aus Brüssel: Kein Grund fürs Waschbär-Aus in deutschen Zoos!

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Europaabgeordneter Arne Gericke stellt sich an die Seite von Nutrias, Muntraks und Co: Erhalt der Arten im Zoo sichern! / Klärung durch parlamentarische Anfrage an EU-Kommission

BRÜSSEL. Kastration der Waschbären im Hamburger Zoo Hagenbeck, Muntjak-Tötung im Leipziger Tierpark und das Aus für die heiteren Waschbär-Damen Inga und Gina im Kölner Zoo – landauf, landab treibt die EU-Verordnung für „invasive Arten“ tiefe Sorgenfalten auf die Stirn von Zoochefs und Tierschützern. Nun bekommen diese Unterstützung von Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei sowie Mitglied des Umweltausschusses und der parlamentarischen „Animal Welfare Intergroup“. Monatelang hatte er für eine Entschärfung der Waschbär-Verordnung gekämpft und eine Keulungs-Vorgabe für Deutschland verhindert: „Dass nun ausgerechnet Zoos und Wildparks ihre Bestände keulen oder aussterben lassen sollen, ist ein bürokratischer Treppenwitz“, so Gericke. Und so endet seine offizielle Anfrage an die Brüsseler Bürokraten denn auch mit einer süffisanten Frage: „Warum greift das Verbot nicht auch auf Elefanten, Giraffen oder Kakadus, die weit mehr „gebietsfremd“ sind als der Waschbär?“

Schon früh hatte Gericke Bedenken von Tierschützern und Waschbär-Freunden aus ganz Deutschland aufgegriffen: „Der Waschbär ist seit über 100 Jahren in Deutschland zuhause – unter anderem in meiner Heimatregion Mecklenburg-Vorpommern. Mehrere Feldstudien haben sein problemloses Einfügen in das Ökosystem bestätigt – und damit auch den Fakt, dass einfache Managementpläne reichen, die Population in Kontrolle zu halten.“ Dass die EU-Kommission ihn – anders übrigens als der weit problematischere Marderhund – überhaupt auf ihre „Liste der invasiven Arten“ genommen habe, entbehrt für Gericke „jeder wissenschaftlichen Grundlage“.

Auch deshalb hatte er gemeinsam mit den Kollegen der parlamentarischen Arbeitsgruppe für Ausnahmen gekämpft: „Ich wollte ihn eigentlich ganz von der Liste haben.“ Die Reduzierung auf allgemein formulierte Managementmaßnahmen seien aber ein akzeptabler Erfolg. „Dass es nun ausgerechnet in Zoos zu solchen Problemen kommt, war für viele nicht absehbar – und ich halte es auch für komplett widersinnig: Wildtiere in Zoos leben in separaten Systemen – egal, ob der Tiger oder der Waschbär. Kein Grund also, ihm dort den Garaus zu machen.“

Mit seiner Anfrage an die EU-Kommission will der Abgeordnete nun für Klarheit bei Zoos und Tierschützern sorgen, denn: „Meldungen vom Aussterbe-Gebot in Zoos sorgen für Sorge, Unruhe und negative EU-Schlagzeilen.“ Genau diese will der Europaabgeordnete verhindern: „Wir haben in Europa genug Probleme, da ist ein Pseudo-Feldzug gegen Wildtiere im Zoo das Letzte, was wir brauchen.“

Sollte auch die Antwort der EU-Kommission keine Entwarnung für Inga, Gina und all ihre pelzigen Freunde in den deutschen Zoos bringen, will Gericke die Verordnung selbst noch einmal auf den Prüfstand heben: „Wenn das Gesetz solchen Blödsinn beinhaltet, muss das Gesetz noch einmal auf den politischen OP-Tisch.“ Noch im kommenden Halbjahr werde das Parlament ohnehin Ergänzungsvorschläge der Kommission zur Liste der invasiven Arten diskutieren. Ein passender Aufhänger für Gericke: „Was man ergänzen kann, das kann man auch kürzen. Der Waschbär muss runter!“„Gemeinsamer“ Einsatz gegen den Abschuss: Europaabgeordneter Arne Gericke und der Waschbär feiern einen Zwischenerfolg in Brüssel.

Author: gericke