GERICKE: FAIRE REGELN FÜR KANINCHEN NUTZEN AUCH DEM EUROPÄISCHEN ZÜCHTER

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Abstimmung kommende Woche: Europaabgeordneter plädiert für EU-weite Regeln zum Schutz der Nager / „Chinesisches Tierschutz-Dumping unterbinden“

oznorBRÜSSEL. Egal ob Schweine, Hühner oder Kälber – für nahezu alle Nutztierrassen gibt es europaweit einheitliche, hohe Schutzbestimmungen. Einzige Ausnahme: Kaninchen. Rund 340 Millionen von ihnen gibt es in ganz Europa, viele davon gehalten in viel zu kleinen Käfigen. Noch schlimmer aber: Auf den Markt kommen Millionen chinesischer Kaninchen, zumeist gezüchtet unter weit schlimmeren Bedingungen. Tendenz steigend. „Es gilt, dieses chinesische Tierschutz-Dumping auf dem europäischen Markt zu unterbinden“, so Arne Gericke, Europaabgeordneter der Familien-Partei und Mitglied der parlamentarischen „Animal Welfare Group“. Davon „profitieren Tier und Züchter in Europa!“

Gericke baut dabei auf die Unterstützung der EU-Kommission: „Die Beamten dort sind im Grunde offen für Marktregeln, die dem Schutz der Tiere dienen.“ Nicht umsonst habe Europa mit die höchsten Schutzstandards im Bereich von Schweinen, Kälbern, Masthühnern und Legehennen. „Die seit 2012 geltende Legehennen-Richtlinie hat gezeigt, wie effektiv solche Gesetzgebung funktioniert: Das damit verbundene Verbot der konventionellen Käfighaltung wurde mittlerweile flächendeckend in nahezu allen Mitgliedsstaaten umgesetzt. Ähnliches sollte auch für die Kaninchen möglich sein.“

Dass die Kommission sich des Themas bislang nicht angenommen habe, liegt, so Gerickes Vermutung, am geringen Anteil der Kaninchen am gesamten Fleischmarkt: „Wir reden hier von rund ein Prozent des Fleischkonsums – und trotzdem geht es um hunderte Millionen Tiere jährlich.“ Und auch Vorbilder eines verantwortungsvollen Umgangs mit den Tieren gebe es bereits in Europa: „Großbritannien, Österreich und Belgien haben richtungsweisende Maßnahmen ergriffen – sie sollten uns Vorbild bei umsetzbaren, europäischen Regeln sein.“ Die Züchter sieht Gericke dabei als Partner: „Auch sie werden von einem neuen Markt mit fairen Regeln für das Tier profitieren.“

Entwarnung dagegen gibt Gericke für die privat gehaltenen Kaninchen: „Kein Kind wird sein Lieblingstier im Gartenstall verlieren, kein Privatmann neue Hasenhäuschen bauen müssen – diese Regeln gelten ausschließlich für die Nutztierhaltung.“

Die Abstimmung des Berichtes erfolgt kommenden Dienstag. Den Originaltext finden Sie online unter http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?pubRef=-//EP//NONSGML+REPORT+A8-2017-0011+0+DOC+PDF+V0//DE

Foto: Kämpft für Kaninchen und ihre europäischen Züchter: Arne Gericke, Europaabgeordneter und Mitglied der „Animal Welfare Group“ im Europäischen Parlament.  

Author: gericke