Kleines Wunder mittendrin: Neles Tag im Herzen der europäischen Politik

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Nach Ausgrenzung: Europaabgeordneter Arne Gericke holt 6jährige Adelsdorferin ins Europäische Parlament / Botschaft für Inklusion: „Dein Platz ist mittendrin – und nicht am Rand“ / Delfintherapie möglich machen

ADELSDORF/STRASSBURG. Die Freude ist Nele anzusehen: Lachend, winkend steht die kleine Adelsdorferin mit dem Europaabgeordneten Arne Gericke (Familien-Partei) und ihrer Mutter Simone Schwarz im Plenarsaal des Straßburger Europaparlaments – dort, wo sonst ausschließlich die Abgeordneten selbst Zutritt haben. Möglich gemacht hat das Gericke, „nachdem ich bei facebook zufällig davon gelesen hatte, wie traurig Nele und ihre Mutter waren, als Kinder und Eltern die Kleine bei einem Besuch im Freibad ausgegrenzt und angestarrt hatten.“ Zwei Stunden später war damals ein Brief an Nele unterwegs nach Adelsdorf: „Nele, Du bist ein ganz besonderer Mensch. Und weil das so ist, lade ich Dich ein, mich in Straßburg zu besuchen, im Plenarsaal – einem Ort, an dem sicher noch keiner deiner Freunde war. Mittendrin.“ Heute hat die kleine Nele diese Einladung wahrgenommen – und mit ihrem Lachen das Herz des gesamten Parlaments gewonnen….

Begonnen hat alles am 14. Mai 2015. Unter Tränen postet Simone Schwarz, die Mutter der mit einer Behinderung geborenen Nele: „Ich war heute mit Nele im Schwimmbad. Ganz oft hat sie anderen Kindern zugewunken um „hallo“ zu „sagen“… so freudig und voller Glück. Nur kam von den Kindern nichts zurück, außer, dass sie Nele angestarrt haben als wäre sie vom andern Stern…“ – eine Nachricht, die binnen Wochen zigtausend Mal geteilt wird. Auch von Freunden des Europaabgeordneten Arne Gericke: „Ich saß spät noch im Brüsseler Büro, hab das gelesen und mir gedacht – da muss man reagieren.“ Kurz darauf war sein Brief an die kleine Nele unterwegs.

Denn Gericke selbst ist das Thema nicht unbekannt. Privat ist er siebenfacher Vater – und als Abgeordneter Mitglied der „Disability Intergroup“ im Europaparlament. Erst wenige Wochen vor dem post war er Schirmherr des ersten europaweiten „Down Syndrom Tages“ – und hat mit unterschiedlichen, bunten Socken darauf hingewiesen, „wie normal es ist, anders zu sein“. Und weil der Abgeordnete es nicht bei bloßen Aktionen belassen will, hat er in Neles Fall direkt reagiert und sie spontan nach Straßburg eingeladen.

Nun haben Nele und ihre Familie – Mutter Simone, Vater Roman sowie Schwestern Leonie und Nina – die Einladung dankend angenommen, während die beiden großen Schwestern Aileen und Julia das Haus in Adelsdorf hüteten. „Es war spannend“, sagt Mutter Simone: „Wir wussten nicht genau, wie Nele auf das Parlament und Arne reagieren würde.“ Im Ende aber hat die Kleine alle überrascht – schon im Innenhof des Parlaments, wo Gericke die Familie empfing: „Nele hat gewunken, gelacht, vor Freude gekreischt – und das wirklich mittendrin.“ Eine Freude, die auch den Europaabgeordneten vollkommen mitgerissen hat: „Unglaublich, dieses interessierte Glitzern in ihren Augen, diese Offenheit – als wollte sie das gesamte Parlament umarmen.“ Wenn auch das nicht möglich war, so haben Gericke und Nele auf ihrem Streifzug durch das Parlamentsgebäude kaum eine Ecke ausgelassen: Das Büro, die Terrasse, eine Limo im Kaffee – und als Höhepunkt ein Besuch im Plenarsaal.

Normalerweise, erzählt Gericke, „ist hier Zutritt nur für Abgeordnete – und das Sicherheitspersonal entsprechend streng.“ Für Nele aber bekommt er eine Ausnahme: „Ich glaub, es war weniger meine Überredungskunst als ihr Lachen“, berichtet Gericke und steht wenige Sekunden später mit Nele und ihrer Mama im riesengroßen Plenarsaal des Europäischen Parlaments. Schon beim Erinnerungsfoto wird klar: Nele hat Lust auf „mittendrin“ – gekonnt und selbstbewusst setzt sie sich auf einen der Abgeordnetenplätze. „Wüsst ich‘s nicht besser, ich würde sagen, sie ist eine gewählte Kollegin“, sagt Gericke und schmunzelt.

Nebenbei aber haben er und Neles Eltern auch eine sehr ernste Botschaft: „Inklusion und Teilhabe beginnt im Kopf, im Verhalten. Nur, wer Menschen wie Nele in ihrer Besonderheit annimmt, wer sie akzeptiert, wie sie sind, der hat kapiert, was Nichtdiskriminierung bedeutet.“ Das zu stärken, „dafür will ich als Europaabgeordneter weiter arbeiten und noch bessere Gesetze machen – das habe ich Nele heute versprochen.“

Und bei noch einem Wunsch, einem Traum will Arne Gericke seiner „kleinen Kollegin“ und ihrer Familie helfen: Eine Delfintherapie, von der sich die Ärzte große Fortschritte für Neles Entwicklung versprechen. Die aber ist teuer. Der Europaabgeordnete wirbt deshalb mit für Neles Spendenkonto: dolphin aid e.V. – Stadtsparkasse Düsseldorf – IBAN: DE 523005 0110 0020 0024 24 – BIC-code: Mittendrin - Nele (2.v.l.) mit Europaabgeordnetem Arne Gericke (links) und ihrer Familie im Plenarsaal des Europaparlaments - dort, wo sonst nur Abgeordnete Zutritt haben.Europäische Politik aus Kinderperspektive: Den ganzen Tag war die kleine Nele mit Arne Gericke auf Streifzug durchs Straßburger Europaparlament.DUSSEDEDDXXX – Verwendungszweck: Nele Schwarz.

Author: gericke