Kunst macht Politik: Mönchengladbacher Fotografin bewegt das Europaparlament

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Mit bewegenden Worten hat Monika Plump-Bleck im Europaparlament von ihrer Arbeit mit Kindern mit einem Downsyndrom berichtet. Kommende Woche hat ihre Fotoausstellung in Straßburg Premiere.Europäischer Downsyndrom-Tag: Monika Plump-Bleck berichtet von Arbeit mit Kindern / Europaabgeordneter Gericke stiftet Wanderausstellung – Premiere in Straßburg

BRÜSSEL/MÖNCHENGLADBACH. „It’s normal to be different!“ – unter diesem Leitgedanken hatte der Europaabgeordnete Arne Gericke (FREIE WÄHLER) anlässlich des „Europäischen Downsyndrom-Tages“ eingeladen zu einer großen Konferenz in Brüssel. Mit auf dem Podium: Die Mönchengladbacher Fotografin Monika Plump-Bleck. Seit Jahren arbeitet sie mit Kindern mit einem Downsyndrom und deren Familien. Hunderte beeindruckender Fotos sind dabei entstanden – und zwischen den Familien eine vielfach unzertrennbare Freundschaft. Von all dem hat Monika Plump-Bleck den  Europaparlamentariern in Brüssel berichtet – und diese sichtlich bewegt: „Meine Arbeit zeigt mir, wie liebenswert und lebensfroh jedes einzelne der Kinder ist – ihr Platz kann nur in der Mitte der Gesellschaft sein, ganz normal. Nur dafür brauchen sie auch die Unterstützung der Politik – die Parlamente entscheiden im Ende auch über die Lebenschancen dieser Menschen.“

Ein Statement, für das Arne Gericke, seines Zeichens auch Vizepräsident der parlamentarischen Arbeitsgruppe Bioethik, der Mönchengladbacherin dankte: „Es ist traurig zu sehen, wie Politik und Forschung sich mehr Gedanken darüber machen, Menschen mit Downsyndrom zu verhindern – als alles zu unternehmen, um ihre volle Inklusion und ein normales Leben zu ermöglichen.“ Genau das aber macht Gericke: Vor Monaten schon hatte er bei facebook den bewegenden post von Kathrin Grunert aus dem niedersächsischen Dissen gelesen. Sie berichtet darin von der Ausgrenzung ihrer Tochter Zoe am Spielplatz.

Der Europaabgeordnete reagiert – und schreibt Zoe einen Brief: „Ich wollte ihr und ihrer Mutter einfach den Rücken stärken, ihnen zeigen, dass sie sich nicht ausgegrenzt fühlen müssen. Dass Zoe etwas ganz Besonderes ist.“ Um das noch zu unterstreichen, hat Gericke die fünfjährige samt Familie ins Europaparlament eingeladen: „Dein Platz ist mittendrin, liebe Zoe. Ich lade dich deshalb ein, mich einmal mit in den Plenarsaal des Europaparlaments zu begleiten. Dorthin, wo sonst eigentlich nur die Abgeordneten dürfen.“

Aus der Idee ist inzwischen eine ganze Veranstaltungsreihe geworden: So organisiert Gericke nach der großen Konferenz in Brüssel kommende Woche eine weitere Veranstaltung mit Monika Plump-Bleck im Straßburger Gebäude des Europaparlaments. Kennengelernt hatten die beiden sich über Zoe – sie ist Teil des Möchengladbacher Fotoprojekts. Und auch da hat der Europaabgeordnete Nägel mit Köpfen gemacht: „Ich habe angeboten, aus meinen Mitteln für die Öffentlichkeitsarbeit eine Wanderausstellung zu finanzieren – und Monika Plump-Bleck war sofort hellauf begeistert“, erinnert sich Gericke. Unter dem Titel „It’s perfect to be different“ präsentieren sie nun gemeinsam die Wanderausstellung als „deutlichen Appell zur Inklusion“.

Premiere der Ausstellung ist diese Woche in Straßburg – danach soll sie durch Deutschland touren. Doch die Eröffnung in Straßburg wird etwas ganz Besonderes: Neben Monika Plump-Bleck und Zoe haben zahlreiche Familien des Fotoprojekts ihr Kommen zugesagt: „Das wird ein eindrucksvolles Familienfest der Inklusion“, ist sich die Fotografin sicher.