Das Jahr 1990 und die Einheit Deutschlands war ein Wendepunkt. Für Deutschland, für Europa, aber auch für mich persönlich. Denn meine große Liebe und jetzige Ehefrau stammte aus der ehemaligen DDR. Bis 1989 sollten zwischen uns und unserer zukünftigen Familie Selbstschussanlagen, Landminen und Stacheldraht stehen. Umso unvergesslicher für mich die Jubelbilder an den Grenzmauern und meine eigenen Glücksgefühle zu jener Zeit.

 

 

FamilieEs bestimmte aber auch meinen Blick auf die Politik. Der Mauerfall veränderte unser aller Leben. Es brachte Verliebte, Kinder und Eltern sowie Geschwister wieder zusammen. Der Mauerfall war damit auch ein Stück Familienpolitik. Es zeigte mir, dass man Familienpolitik nicht einzeln betrachten kann. Wir müssen immer das große Ganze betrachten und die Zusammenhänge sehen.

Geht es den Familien gut, dann gilt das in der Regel auch für die Gesellschaft. Sie ist die berühmte „Keimzelle der Gesellschaft“, diese Formulierung ist oft benutzt, verliert aber in meinen Augen nie ihre Gültigkeit.

Die CDU/CSU glaubt „sozial ist, was Arbeit schafft“. Ich glaube, dieser Ansatz ist viel zu kurz gedacht. Die Politik muss dafür sorgen, dass es den Familien gut geht. Wenn wir für stabile Keimzellen sorgen, dann geht es unserer Gesellschaft automatisch besser. Dies betrifft aber alle Politikfelder, von der Außen- über die Bildung- bis zur Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik.

Deshalb sehe ich Familienpolitik als Querschnittsaufgabe im europäischen Parlament an. Ich werde immer wieder die Politik für Herausforderungen von Familien sensibilisieren und aus Europa einen besseren Ort für Familien zu machen.