GERICKE: EUROPAPARLAMENT SPRICHT DIE SPRACHE DER DEUTSCHEN IMKEREI

Categories: Europa,FAMILIE,Pressemitteilung

Bericht zur Bienenzucht: Europaabgeordneter der Freien Wähler bringt zentrale Forderungen ein / Bienenvielfalt fördern, urbanes Imkern nur an der Seite der Verbände

BRÜSSEL. In einem richtungsweisenden Bericht zu „Perspektiven und Herausforderungen für den Bienenzuchtsektor in der EU“ hat der Umweltausschuss des Europaparlaments heute eine klare Position zum Schutz der Bienen und zur Förderung von Imkerei und Bienenzucht in Europa verabschiedet. Mit dabei: Zentrale Forderungen der deutschen Imker, eingebracht vom Rostocker Europaabgeordneten Arne Gericke (Freie Wähler). So fordert der Bericht unter anderem die Fortführung und Intensivierung des EU-Förderprogrammes SMARTBEES zum Erhalt der natürlichen Vielfalt bei Bienenvölkern und Wildbienen sowie die „verpflichtende Integration regionaler Imkerverbände“ bei der zunehmend beliebten „urbanen Imkerei“ – auch, so Gericke, „um Mindeststandards zu garantieren, missbräuchliche Haltung zu unterbinden und die vorsätzliche Ausbreitung von Krankheiten unter den Bienenvölkern zu verhindern“.

„Imkerei ist Tierzucht, es ist ein Hobby mit großer Verantwortung“, sagt Gericke. Und so sehr das Parlament die Zunahme der Imkertätigkeit und den „Trend zum Bienenstock auf dem Balkon“ begrüße, so sehr müsse man auch auf die Einhaltung von Standards achten: „Es darf nicht sein, dass professionelle Imker mit mehr Krankheiten innerhalb ihrer Völker zu kämpfen haben, nur, weil dem Hobbyimker nebenan die Erfahrung fehlt, sich um sein Volk angemessen zu kümmern“. In seinem Bericht fordert das Europaparlament deshalb die volle Einbindung der Imkerverbände vor Ort und den Ausbau staatlicher Beratungskräfte.

In einem zweiten, erfolgreichen Änderungsantrag widmet Gericke sich der Artenvielfalt bei Wild- und Zuchtbienen. Während im Wildbereich ein „teils erschreckendes Artensterben“ zu beobachten sei, erfolge im Züchtungsbereich eine immer stärkere Konzentration der Arten: “ Im Grunde bedient sich der gesamte europäische Markt heute nur noch drei , durch Zucht optimierten Arten. Langfristig sind das Monokulturen, die – nicht anders als bei den Pflanzen – für schwerwiegende Probleme sorgen.“ Zudem erschwere auch hier die Marktmacht einzelner Konzerne inzwischen das züchterische Engagement vieler.

Insgesamt, so Gericke, sei es dem Europaparlament gelungen, „in diesem Bericht der Bienenzucht eine Stimme zu geben und sich als politischer Partner der Imker im Bemühen um Artenvielfalt zu behaupten.“

Wichtig, so Gericke, „ist auch die erweiterte Partnerschaft mit den Bauern. „Gerade bäuerliche Landwirtschaft und angewandte, gute landwirtschaftliche Praxis stehen dem Bemühen um Biodiversität nicht entgegen – im Gegenteil: sie sind wichtige und verlässliche Partner, um die Ziele in unserer Kulturlandschaft zu erreichen.“

Author: gericke