Perfekt anders, ganz normal: Mönchengladbacher Fotografin begeistert das Europaparlament

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Eindrucksvoll: Mönchengladbacher Fotografin Monika Plump-Bleck portraitiert Kinder mit Downsyndrom / Europaabgeordneter Arne Gericke (FREIE WÄHLER) finanziert Wanderausstellung

STRASSBURG/MÖNCHENGLADBACH.Es ist das Lieblingsmotiv der Fotografin Monika Plump-Bleck und so etwas wie die Visitenkarte der neuen Wanderausstellung „It’s perfect to be different!“: Die kleine Anna, tief versunken ins Spiel mit ihrer Puppe. Im Fokus: Ganz viel Liebe, ein ganz normales Kind – und nur nebenbei:  Ein kleines, lächerliches Chromosom zu viel. Genau das ist es, was den Zauber der Motive von Monika Plump-Bleck ausmacht: Sie portraitiert Kinder mit einem Downsyndrom – und setzt ihre Normalität und Lebensfreude ins Rampenlicht. Begeistert hat die Mönchengladbacher Fotografin damit auch den Europaabgeordneten Arne Gericke (FREIE WÄHLER). Als Vizepräsident der parlamentarischen „Disability Intergroup“ hat er vor zwei Jahren den „Europäischen Downsyndrom-Tag“ initiiert und war in Vorbereitung der diesjährigen Veranstaltungen auf die junge Fotografin gestoßen. Herausgekommen ist eine bezaubernde Ausstellung, die nach ihrer gefeierten Premiere im Europaparlament nun auf Deutschlandreise gehen soll.

Das Angebot Gerickes, so erinnert sich Monika Plump-Bleck, kam durchaus überraschend: „Irgendwann hatte ich eine Nachricht seines Büros: Arne Gericke sei auf meine Projektseite bei facebook gestoßen und an einem gemeinsamen Projekt interessiert“, erzählt sie. Was genau der Europaabgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern damit meinen könnte, war ihr damals noch gar nicht klar. Wenige Tage und einige Absprachen später stand fest: „Wir machen eine gemeinsame Wanderausstellung“ – und auch für den Europaabgeordneten geht damit ein Traum in Erfüllung: „Seit ich persönlich mit und politisch für Menschen mit Behinderung – im Besonderen aber für Menschen mit Downsyndrom – arbeite, erlebe ich deren Lebensfreude, die Begeisterung, das mitreißende Lachen. Und mindestens ebenso lange hege ich den Wunsch, genau dafür zu werben: Die unglaubliche Lebenslust dieser Menschen.“ Die Fotos von Monika Plump-Bleck seien ihm deshalb sofort ins Auge gestochen.

Gemeinsam und voller Begeisterung planen die Fotografin und das Büro des Europaabgeordneten die Premiere der Ausstellung im Straßburger Europaparlament: „Das ist eine besondere Ehre für mich – und unsere jungen Fotomodelle.“ Und genau die lädt Gericke gleich dazu: „Euer Platz ist in der Mitte der Gesellschaft – das werden wir mit dieser Ausstellung unmissverständlich klar machen“, so sein Appell. Und in der Tat: Als die Ausstellung steht, sind neben Monika Plump-Bleck und ihrem Mann Dominik rund 20 der portraitierten Kinder und Jugendlichen mit ihren Familien angereist, über 80 Gäste aus dem parlamentarischen Umfeld verfolgen die feierliche Eröffnung. Kinder tollen durch die Gänge, Jugendliche schäkern mit den Abgeordneten – aus der Vernissage wird ein gänzlich unbehindertes Begegnungs- und Familienfest.

Und wieder setzt Gericke klare, politische Signale: „Es kann nicht sein, dass wir mehr Geld dafür ausgeben, Phänomene wie das Downsyndrom zu verhindern – als dafür, diesen Menschen ein ganz normales Leben, einen barrierefreien Alltag zu ermöglichen“. Die hohen Abtreibungsraten – bis zu 95 Prozent, oft auch Spätabtreibungen – sind dem Bioethik-Experten ein Greuel: „Schauen wir uns heute um: Nehmen wir uns ein Beispiel an dieser Lebensfreude – und rauben wir sie nicht“, so sein emotionaler Schluss. Fortgeführt wurde das durch das Statement von Antje Reiferscheid, Mutter der fünfjährigen Emma: „Ich wünsche mir, dass Menschen mit Downsyndrom nicht systematisch gesucht und selektiert werden. Ich wünsche mir, dass es verboten wird, ein Baby nur aufgrund des Downsyndroms abtreiben zu dürfen“ – Reiferscheids Worte bewegen, hallen noch lange nach in den Gängen des Parlaments und bleiben eindrucksvoll verewigt: In den Motiven der Ausstellung.

Eine Woche lang stand die Ausstellung „It’s perfect to be different!“ nun im Straßburger Europaparlament. Ab Juni soll sie dann deutschlandweit auf Tour gehen – unter anderem in Mönchengladbach, Güstrow und Regensburg. Monika Plump-Bleck ist freudig gespannt: „Die Eindrücke der Premiere waren so stark, so bewegend – ich kann nur hoffen, diese klare Botschaft gelingt uns auch an anderen Orten“.  Eines jedenfalls hat sich für Monika Plump-Bleck schon heute verändert: „Mein Blick auf die Politik. Arne hat mir ein großes Stück weit Vertrauen wiedergeschenkt: Es gibt auch in den Parlamenten noch Menschen, die den Blick fürs Menschliche behalten haben – und sich dafür engagieren“.Engagiert und glücklich - die Mönchengladbacher Fotografin Monika Plump-Bleck mit Mika Hurschler, einem der Fotomodels bei der Eröffnung der Ausstellung in Straßburg.