Gericke fordert: Grenzübergreifend gegen Gewalt in der Geburtshilfe!

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gerickeUndRosenEuropaabgeordneter der Familien-Partei bringt „Roses Revolution“ ins Straßburger Plenum / „Recht auf sichere, selbstbestimmte Geburt“ garantieren

 STRASSBURG. Anlässlich des „Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen“ hat Arne Gericke, Europaabgeordneter und Bundesvorsitzender der Familien-Partei eine besondere Debatte im Plenum des Europaparlaments angestoßen: Gewalt gegen gebärende Frauen in der Geburtshilfe. Der Sozialpolitiker bringt damit ein Thema in die parlamentarische Debatte, dem sich Mütter, Hebammen und Verbände heute weltweit mit der „Roses Revolution“ widmen. „Gebärende haben, wie alle Menschen, das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit. Personalmangel, hektische Klinikroutine oder aber fehlender Respekt verletzen dieses Recht immer häufiger, immer wieder. Betroffene Frauen leiden oft Jahre darunter“, so Gericke, der auch Koordinator seiner EKR-Fraktion im Frauenausschuss ist: „Ich will, dass Europa sich dieses Problems in der Mutterschutzrichtlinie annimmt und ein europaweites Recht auf sichere, selbstbestimmte Geburt formuliert.“ Wie wichtig das sei, wisse er „aus unzähligen Gesprächen mit Hebammen und betroffenen Müttern.“

Grundlage seiner Forderungen sind, so Gericke, sind eindeutige Stellungnahmen und Urteile des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte – allen voran das 2010 gefällte Urteil „Ternovszky gegen Ungarn“. Darin heißt es: „Gebärende haben ein grundlegendes Menschenrecht, die Umstände, in denen sie ihr Kind zur Welt bringen, frei zu wählen.“ Dies, so Gericke, allen Müttern in Europa zu garantieren, müsse zur rechtlichen Grundlage der EU werden: „Im Grunde verlangen die Urteile, dass die Gebärenden rechtlich die letztendliche Entscheiderinnen über den Geburtsprozess sind.“ Ärzte, Hebammen und andere müssten sie informieren, aufklären, beraten und unterstützen – aber die abschließende Entscheidung über ihren Körper bleibt der gebärenden Frau überlassen: „Und mir erzähle keiner, gebärende Frauen seien nicht willensstark und selbstbewusst“, so Gericke, selbst siebenfacher Vater. Umso schlimmer wiege ihnen angetane Gewalt in der Geburtshilfe: „Traumata, Beziehungsstörungen, Depressionen sind die Folge – und nur selten werden die Verantwortlichen dafür zur Rechenschaft gezogen.“

Ein weiterer, wichtiger Aspekt sind für den Europapolitiker die „Optionsmöglichkeiten“. Freie Wahl könne es demnach nur geben, wenn auch tatsächlich Alternativen verfügbar seien: „Durch die rigide Sparpolitik der Kliniken, das Streichen unzähliger Geburtsstationen und einen krassen Hebammenmangel wird diese Wahlmöglichkeit zunehmend eingeschränkt, das Recht auf sichere Geburt ausgehebelt.“

Umso wichtiger sei es, beides europaweit zu verankern: „Das Menschenrecht auf selbstbestimmte Geburt und körperliche Unversehrtheit ist zu garantieren – und europarechtlich abzusichern. Sichere und wohnortnahe Geburt sind als öffentliche Daseinsvorsorge festzuschreiben und zu erhalten.“

Author: gericke