STOPPT DEN UNNÖTIGEN UHRENDREH!

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Europaabgeordneter unterstützt fraktionsübergreifende EU-Arbeitsgruppe gegen Zeitumstellung / Schwierig: Verschränkte Zuständigkeit

STRASSBURG. In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist es wieder soweit: Europa dreht an seinen Uhren, stellt um von Sommerzeit auf Winterzeit. „Ein unnötiger Uhrendreh“, sagt Arne Gericke, Europaabgeordneter der Freien Wähler. Seit Jahren schon engagiert er sich gegen die Zeitumstellung – unter anderem mit einer offiziellen Anfrage an die EU-Kommission. Er sieht und benennt „die Probleme für Tiere, Kinder, Unternehmen und viele andere betroffenen Gruppen als nachweislich nachteilig – und all das ohne einen belegbaren Mehrwert“. Gesetzgeberisch problematisch, so Gericke, sei allerdings „die verschränkte Zuständigkeit: Die EU verwaltet das internationale Abkommen hinter der Zeitumstellung im Grunde nur im Auftrag ihrer Mitgliedsstaaten. Diese wiederum wären gefragt, sich gemeinsam dagegen zu stellen.“

Bei seiner Kritik beruft Gericke sich auf zahlreiche wissenschaftliche Studien: „Keine von denen kann den ursprünglich angeführten Mehrwert der Energieeinsparung beweisen. Stattdessen liefern sie den Nachweis, dass Nutz- und Haustiere oft noch Wochen nach der Umstellung verstört seien. Auch Kinder seien oftmals für Tage von Schlaflosigkeit und mangelnder Konzentration betroffen. Unternehmen beklagen die Zusatzkosten der Umstellung und sehen selbst keinen wirtschaftlichen Mehrwert.“

Der Rostocker Europaabgeordnete ist eine der führenden Stimmen im fraktionsübergreifenden Kampf des Europaparlaments gegen die Zeitumstellung. Schon 2015 hatte er in einer offiziellen Parlamentarischen Anfrage eine solche Entscheidung der EU-Kommission gefordert. Die aber lehnte ab: „Wir haben derzeit nicht die Absicht, die Regelungen zur Sommerzeit zu überarbeiten oder aufzuheben“ – im Gegenteil: Auch in einer eigens verlangten Plenardebatte betonte Kommissarin Bulc ihr Ja zur Zeitumstellung. Sie sei „gut für den europäischen Binnenmarkt“. Wer etwas anderes haben wolle, müsse ihr das beweisen.

Eine Aussage, die Gericke wütend macht: „Sie verstecken sich seit Jahren hinter dem großen Zeiger der Sommerzeit – und können uns keinen einzigen wissenschaftlich belegbaren Grund liefern. Der einzige, angebliche Pluspunkt der Energieeinsparung ist seit Jahren mehrfach widerlegt. Kinder leiden, Kühe streiken, Handwerker haben ihre Probleme und sogar die Zahl der Verkehrsunfälle steigt nach jedem Uhrendreh um bis zu 30 Prozent – aber Sie stellen sich hin und sagen uns, wir sollten Beweise liefern? Kommen Sie runter von ihrem hohen Ross und ersparen Sie den Bürgern endlich den gesundheitsschädlichen Uhrendreh“, so Gericke.

Ginge es nach dem Europaabgeordneten, „wäre damit längst Schluss – lieber heute als morgen.“ Und auch bei der bevorzugten Zeit verlässt Gericke sich auf die Wissenschaft: „Forscher sagen ganz klar – die Winterzeit ist die Originalzeit, auf sie ist auch unser Körper geeicht.“ Leiden aber müsse auch im Sommer niemand darunter: „Die Sommermonate bieten von Früh bis spät so viel Helligkeit, dass uns das kaum auffallen würde“, so der Abgeordnete am Rande der heutigen Pressekonferenz. Daran teilgenommen hatten auch zahlreiche Unterstützer aus ganz Europa. Sie hatten zuletzt mehrere Hundertausend Unterschriften dagegen gesammelt.

Gemeinsam mit der fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe macht Gericke deshalb weiter Druck auf die Politik: „Auch, wenn es sicher aktuell nicht das drängendste Problem auf europäischer Ebene ist: Deutschlands Bundesregierung hätte es in der Hand, im EU-Rat ein Ende der Zeitumstellung anzustoßen. So lange es aber immer nur drei, vier Tage vor der jeweiligen Umstellung ein Thema für die Medien bleibt, wird sich nichts ändern“, sagt Gericke, der die Arbeit der interfraktionellen Gruppe das ganze Jahr über aktiv begleitet hat. „Wir bleiben dran.“

 

Foto: Hält nichts vom zweimaligen „Uhrendreh“ pro Jahr: Europaabgeordneter Arne Gericke sieht nur Nachteile, keinen Mehrwert. 

 

Author: gericke