Unterstützung aus Brüssel: „Wer stillende Mütter rauswirft, der diskriminiert!“

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Europaabgeordneter Arne Gericke (Familien-Partei) schreibt an Management der City Galerie / Positiveffekt: „Wolfsburger Geschäfte wollen das EU-Logo für Stillfreundlichkeit“

BRÜSSEL/WOLFSBURG. Weil sie ihr Baby stillte, wurde Grazia Di Prima in der City Galerie eines Geschäftes verwiesen. Unterstützung bekommt die junge Wolfsburgerin nun aus dem Europaparlament in Brüssel. Durch seine Partei vor Ort über den Vorfall informiert, hat der Europaabgeordnete Arne Gericke (Familien-Partei) sich umgehend an das Center-Management gewandt: „Ein solcher Rauswurf ist nach Ansicht vieler Experten – unter anderem die Antidiskriminierungsstelle des Bundes und die Europäische Agentur für Menschenrechte – eine klare Diskriminierung wegen des Geschlechts und durch nichts zu rechtfertigen. Schlicht inakzeptabel ist der Vorwurf der Anstößigkeit: Jede Cola-Werbung zeigt mehr Brust als eine Frau, die ihr Baby stillt“, so Gerickes Klartext. Ein Positives aber habe der Vorfall: „Binnen Stunden haben sich bei mir Wolfsburger Geschäftstreibende gemeldet, die gerne den ‚Stillenden Stern‘ haben möchten“ – das von Gericke selbst parteiübergreifend initiierte, europaweit einheitliche Logo für stillfreundliche Orte.

Leider, so der Europaabgeordnete, sei der Vorfall in der City-Galerie Wolfsburg kein Einzelfall: „Immer wieder melden sich betroffene Mütter bei mir. Das Problem haben wir in vielen europäischen Ländern – besonders häufig aber in Deutschland.“ Für Gericke, selbst siebenfacher Vater, unerklärlich: „Ich weiß nicht, wie verquer man denken muss, um sich an stillenden Müttern zu stören oder es als anstößig zu empfinden – Stillen ist das Natürlichste auf der Welt. Und jede Cola-Werbung zeigt heute mehr Brust als eine Mutter beim Stillen.“

Interessant ist für den Europaabgeordneten auch die rechtliche Seite: „Viele Experten sehen in solchen Rauswürfen eine klare Diskriminierung wegen des Geschlechts“. Manche Länder – darunter Großbritannien – hätten bereits ein verbindliches „Recht auf Stillen“ in der Öffentlichkeit erlassen. „Familienministerin Schwesig sieht dazu keine Veranlassung – im Gegenteil: Ihr Entwurf zum neuen Mutterschutzgesetz hat jüngst Mütter- und Hebammenverbände auf die Barrikaden gebracht, weil er Langzeitstillen verurteilt.“ Gericke selbst will ein „europaweites Recht auf Stillen“, verankert in einer neuen EU-Mutterschutzrichtlinie: „Der Rückhalt für diese Idee im Europaparlament nimmt zu.“

Im Fall der Wolfsburger Mutter hofft Gericke nun auf ein klares Signal des Center-Managements: „  Ich baue auf Ihre Unterstützung für die berechtigten Anliegen der jungen Mütter – und darauf, dass Sie sich in klaren Worten vom Handeln des betroffenen Geschäftstreibenden distanzieren. Ich bin mir sicher, die City Galerie ist ein Ort für junge Mütter und Familien – und steht dazu.“

Die Galerie könne gerne auch den von ihm initiierten „Stillenden Stern“ als europaweit einheitliches Zeichen für stillfreundliche Orte bekommen – und damit dem Beispiel anderer Geschäfte folgen: „Binnen Stunden haben sich bei mir Geschäftstreibende aus Wolfsburg gemeldet und den ‚Stillenden Stern‘ bestellt.“ Noch heute Nachmittag übergibt Gericke den ersten an den Friseurladen „Schnittpunkt“ in der Barnsdorfer Straße, Wolfsburg-Heiligendorf.Ein „Stillender Stern“ als Wegweiser.

Author: gericke