Chinas blutige Geschäfte – der systematische Organraub

Flammende Rede von MdEP Arne Gericke (Bündnis C) im Europäischen Parlament über den menschenverachtenden und tödlichen Organhandel in China. Europa darf nicht wegschauen bei Massenmord an Christen und anderen Minderheiten. Historische Pflicht zum Handeln. Europäischen Werte dürfen nicht für Handelsbeziehungen geopfert werden.

Der Europaabgeordnete Arne Gericke spricht das aus, worüber keiner gerne spricht und dem auch keiner gerne im Europäischen Parlament zuhört. Es geht um die illegale Organindustrie in China, die der christliche Europaabgeordnete Arne Gericke (Bündnis C) immer wieder auf die Agenda des Parlaments bringt – doch er trifft auf eine Mauer des Schweigens.

„Millionen von Menschen, die zu religiösen Minderheiten wie Christen, der Falun Gong oder zu ethnischen Minderheiten wie den Tibetanern oder den Uiguren gehören, werden in diesem Augenblick wortwörtlich ausgebeutet und zur Schlachtbank geführt“, regt sich Arne Gericke über die Missstände auf.

Dabei stützt sich Gericke auf erschreckende Zahlen, die in dem jüngsten Bericht des „China Organ Harvest Research Center“ zu finden sind. Gerademal zwei Wochen wartet man in China auf eine neue Leber oder Niere – zum Vergleich: In Deutschland sind es mehrere Jahre. Dies kann aus Sicht des Europaabgeordneten nur durch eine menschverachtende Infrastruktur des Grauens ermöglicht werden. Mehr als eine Million Menschen werden in Lagern gefangen gehalten und bei Bedarf getötet. Es gibt Augenzeugenberichte, dass jeder Gefangene genauestens untersucht wird und von ihnen Blutproben genommen werden. Es wurde eine medizinische Datenbank von über 40 Millionen Menschen angelegt, von Migranten, politischen Dissidenten oder Minderheiten. „Das ist eine wahre Organ-Transplantations-Industrie.“

Auch viele Menschen aus dem Westen profitieren davon: Das „China Organ Harvest Center“ deckt in seinem Bericht auf, dass sich schon ein regelrechter Organ-Tourismus entwickelt hat und belegt zahlreiche Fälle.

Vor allem trifft es in China die Menschen der Falun Gong-Bewegung. Dabei handelt es sich um eine friedliebende Religion mit Anlehnungen an den Buddhismus. „Da die Falun Gong- Anhänger besonders auf ihre Körper und eine gesunde Ernährung achten, fallen sie als erstes der tödlichen Organ-Industrie zum Opfer“, erklärt Gericke. Aber auch andere Minderheiten wie Christen, Uiguren oder Tibetaner müssen für den illegalen Organ-Handel sterben.

Damit will sich Gericke nicht weiter abfinden und legt den Finger immer wieder auf die Wunde. Bereits vor zwei Jahren hat er mit Europaabgeordneten aus mehreren Fraktionen die schriftliche Erklärung „0048“ im Europäischen Parlament eingebracht, die den Organraub verurteilt. „Außerdem haben wir die Forderung an die Europäische Kommission und den Rat aus dem Jahr 2013 erneuert, einen Bericht zur Organindustrie in China anzufertigen. Wie lange sollen wir darauf noch warten, wieviel Menschen müssen noch sterben, bevor etwas passiert?“, fragt Gericke sichtlich erbost.

Arne Gericke zeigt sich wütend und enttäuscht: „Wir haben verlässliche Zahlen, wir haben die Bilder eines südkoreanischen Kamerateams, wir haben eine 40 Seiten starke Studie, die das Leid und die Verbrechen genau aufzeigt und trotzdem schweigt der Westen beharrlich.“ Das ist auch kein Wunder, in den letzten Jahrzehnten hat sich der Handel zwischen EU und China fast verdreifacht. Wirtschaftsinteressen seien mal wieder wichtiger, fasst Gericke zusammen. „Doch das ist unvereinbar mit unseren christlichen und europäischen Werten, die wir immer wieder predigen und auch vorleben sollten.“ So wird Arne Gericke auch in Zukunft nicht still sein. Er wird weiter für religiöse und ethnische Minderheiten in China eintreten und eine laute Stimme im Europäischen Parlament bleiben.

REDE ZU FALUN GONG IM EUROPÄISCHEN PARLAMENT

Link zum China Organ Harvest Reseach Center

Bild: Arne Gericke über den Organraub von Minderheiten mit einem chinesischem Fernsehteam

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