EU-Kulturerbejahr: Gericke fordert in Gadebusch konkrete Taten

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Arne Gericke (FREIE WÄHLER) zum Informationsbesuch auf Schloss Gadebusch / „Gutshöfe und Schlösser sind starkes Stück Identität für MV“ / Land zum Handeln aufgefordert / „100 Baudenkmäler zum Leuchten bringen“

GADEBUSCH. Es ist kalt im Schloss, die alten Treppendielen knarzen und im Wandputz klaffen große Löcher – gemeinsam mit Bürgermeister Ulrich Howest, Schloss-Koordinator Hans-Christoph Struck und Gerhard Schotte vom Förderverein ist der Europaabgeordnete Arne Gericke (FREIE WÄHLER) auf den Gadebuscher Schlossberg gekommen. Der Grund: Das Europäische Jahr für das Kulturerbe 2018. Vor wenigen Tagen offiziell begonnen, hat Gericke es für seine Heimatregion mit einem Besuch im sanierungsbedürftigen Schloss Gadebusch eingeläutet: „Dieses wunderbare Gebäude ist ein beeindruckender Beweis dafür, dass wir im Aktionsjahr weit mehr brauchen als warme Worte. Land, Bund und Europa müssen Kommunen besser unterstützen. Wir dürfen sie mit der Verantwortung fürs Kulturerbe nicht alleine lassen: Fördergelder müssen fließen!“, so Gerickes Appell.

Erste Kontakte zum Schloss Gadebusch hatte der Europaabgeordnete schon 2015 geknüpft – lange, bevor die Münzstadt das historische Gebäude erworben und die Idee des Bürgerschlosses geboren hatte. „Mir war schon damals die besondere Strahlkraft des Gebäudes aufgefallen“, berichtet Gericke. Gerade für Mecklenburg-Vorpommern seien die über 2000 historischen Schlösser und Gutshöfe „ein unglaublich starkes Stück Identität und Geschichte, das wir nicht weiter dem Verfall preisgeben dürfen.“ Entsprechend sei die Landesregierung weit mehr als bisher gefordert – „in Gadebusch und vielen anderen Orten“. Tatsächlich aber bleibe es bislang oft bei Lippenbekenntnissen.

Die Landesregierung forderte der Abgeordnete auf, „den Kulturgütern mehr Gewicht zu geben und eine Landesstiftung Denkmalschutz nach bayerischem Vorbild einzurichten. Bei vielen Denkmälern im Land drängt die Zeit des steten Verfalls!“.

Allesamt Forderungen, mit denen Gericke in Gadebusch auf offene Ohren und Türen trifft: Gemeinsam mit Struck und Gerhard Schotte vom Förderverein Renaissanceschloss-Museum Gadebusch besichtigt er die Räume des ebenfalls vom Verfall bedrohten Schlosses. Dabei, so erfährt er, „ist die Bausubstanz an sich gut – eine Sanierung und Neunutzung problemlos machbar“. Voraussetzung: Das Geld fließt. Zehn Millionen mindestens braucht man – und schon der Erwerb der Gebäude schlug bei der Stadt mit 220.000 Euro zu Buche. Anerkennung dafür vom Europaabgeordneten: „Toll, dass die Gemeinde selbst diese Investition auf sich genommen hat, um den Grundstock für das Traumziel Bürgerschloss zu legen.“ Umso wichtiger sei es nun, „dass das Schweriner Finanzministerium eine ausreichende Förderung mit Landesmitteln möglich macht“, so Gericke.

Er selbst wolle sich dafür stark machen, „dass im Zuge der Neunutzung auch europäische Fördergelder fließen“. Zudem unterstützt er die Gadebuscher, für ihr Schloss das Siegel eines Denkmals von nationaler – „oder sogar europäischer“ – Bedeutung zu erlangen.

Und noch eine Idee brachte Gericke mit aus Brüssel: „Ich habe Kultusministerin Birgit Hesse den Vorschlag gemacht, in der zweiten Hälfte des europäischen Kulturerbejahres an 100 Tagen 100 der gefährdetsten Baudenkmaler Mecklenburg-Vorpommerns kunstvoll zu beleuchten und so neu ins Zentrum des öffentlichen Interesses zu rücken.“

Auch Schloss Gadebusch, so Gerickes Wunsch, „soll dann in neuem Licht und später hoffentlich in neuem Glanz erstrahlen.“„sharing heritage - Kulturerbe teilen“ - unter dem Slogan des Europäischen Kulturerbejahres 2018 macht Europaabgeordneter Arne Gericke (2.v.r.) (Freie Wähler) sich stark fürs Gadebuscher Schloss - gemeinsam mit Bürgermeister Ulrich Howest, Schloss-Koordinator Hans-Christoph Struck und Gerhard Schotte vom Förderverein Renaissanceschloss-Museum Gadebusch