Europaabgeordneter in Arnschwang: Voller Einsatz für das “Effizienzhaus Plus”

Arne Gericke (FREIE WÄHLER) besucht NATURAL Energy / Feuer und Flamme für Schulprojekt in Postrekov / Grenzübergreifende Standards greifbar machen / Fördergelder der EU möglich?

ARNSCHWANG/BRÜSSEL. Man merkt es: Hans Christl ist in seinem Element. Voller Begeisterung präsentiert er dem Europaabgeordneten Arne Gericke (FREIE WÄHLER) sein Konzept des „Effizienzhaus Plus“ sowie die Planungen für ein deutsch-tschechisches Großprojekt, den Neubau der Schule in Postrekov im Effizienzhaus-Plus Standard und einer möglichen Finanzierung mit Fördermitteln des EU-Parlaments. Christl hatte den Europaabgeordneten diesbezüglich angeschrieben – und der hatte als Vollmitglied im Umweltausschuss sofort reagiert: „Keine sieben Tage später stand der Besuchstermin” – mit dabei: Postrekovs Bürgermeister Jan Kreuz und der Bürgermeister der Partnergemeinde Ascha Wolfgang Zirngibl. Gemeinsam diskutierten die Politiker und der Geschäftsmann Möglichkeiten einer Förderung sowie eine bessere Unterstützung bei der Kennzeichnung europäischer Standards: „Den Gebäudestandard Effizienzhaus Plus kennt außerhalb Deutschlands fast keiner“, sagt Christl – dabei sei es ein Erfolgsprojekt. Gericke versprach auch hier Unterstützung, will die Vorschläge direkt an den zuständigen Kommissar weiterleiten.

Christl war als Mitglied des Vorstandes der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Wirtschaftsvereinigung, DTSW e.V. auf das Projekt in Postrekov aufmerksam geworden. Die DTSW führt derzeit im Rahmen der Exportinitiative der Bundesregierung eine Bauausstellung in Prag durch, mit dem Ziel den Standard Effizienzhaus Plus auch in Tschechien bekannt zu machen. Für den Neubau der Schule und des Kindergartens in Postrekov existiert eine Studie der UCEEB  (UNIVERSITÄTSZENTRUM FÜR ENERGIEEFFIZIENTE GEBÄUDE- BUŠTĚHRAD).

Einen ganzen Vormittag lang diskutierten Christl, Gericke, Kreuz und Zirngibl ganz konkrete Themen. Gemeinsam bewegt sie die Idee energieautarken Bauens im großen Stil: „Europa hat mit dem Vorgaben zum energieeffizienten Bauen die Weichen richtig gestellt, doch der Zug braucht noch mehr Dampf: Das Einsparpotential im Baubereich ist riesig“, sagt der Europaabgeordnete. Und Unternehmer Christl pflichtet ihm bei: „Deutschland ist hier Europa in vielen Bereichen mindestens ein planerisches Kilo-Joule voraus“, so seine Einschätzung. Gut sei es, „deutsche Standards im Bereich der Energieeffizienz grenzübergreifend auf die EU zu übertragen.“ Gericke will das in Brüssel einbringen: „Wer besser werden will, muss das Beste zum Maßstab machen.“ Erst vor wenigen Wochen hatte das Europaparlament den von ihm federführend mitentworfenen Bericht zur „Rolle der Kommunen im Klimaschutz“ mit großer Mehrheit angenommen und ähnliche Punkte gefordert.

Als absolut vorbildhaft bezeichnete der Europaabgeordnete die grenzübergreifende Zusammenarbeit Aschas und Postrekovs im Klimabündnis zur Umsetzung des effizienten Schulhausneubaus. Die von Christl vermittelte Gemeindepartnerschaft zur Umsetzung einer nachhaltigen, dezentralen Energiewende nannte er „grandios: Die gemeinsame Wirtschaftsregion Bayern-Böhmen hat das Zeug, Ideengeber einer grenzübergreifenden Energieregion zu sein. Bleiben Sie dran!“ Grundsätzlich müssten europäische Fördergelder mehr in den Bereich der energetischen Schulsanierung gesteckt werden – „und dazu auch noch konkrete Informationsprojekte für Schulklassen unterstützt werden. Unsere Kinder sollen ab dem Kindergarten lernen, wie wichtig und selbstverständlich Energie sparen ist, ohne Einbußen beim persönlichen Wohlfühlklima.“

Beim anschließenden kurzen Rundgang durch das Fahrradmuseum stellte Christl fest, dass das Fahrradmuseum mit Fördergeldern der EU in einer deutsch-tschechischen Partnerschaft mit der Gemeinde Dešenice finanziert wurde. Es wäre sehr schön, wen es in der Region ein weiteres grenzüberschreitendes EU-Projekt mit den beiden Partnergemeinden Ascha und Postrekov geben könnte. Dabei solle der Abgeordnete nun helfen, die Möglichkeiten einer Finanzierung mit Fördergeldern der Europäischen Union zu prüfen.

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