Gericke: EU-Strommarkt soll Bürgerenergie und regionale Wertschöpfung fördern

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Europaabgeordneter der Freien Wähler erzielt Erfolg für Bürger-Energiewende im Umweltausschuss / „Dezentrale Stromgewinnung statt vernichtender Monstertrassen!“ / Mehr EU-Förderung – weniger Bürokratie

BRÜSSEL. Europas Energieunion soll weit mehr als bisher „genossenschaftliche Modelle der Bürger-Energie mit regionaler Wertschöpfung fördern“ – so sagt es ein vom Europaabgeordneten Arne Gericke (Freie Wähler) erfolgreich eingebrachter Änderungsantrag zur Neufassung des Elektrizitätsbinnenmarktes im Umweltausschuss des Europaparlaments: „Europas Energiewende kann nur klappen, wenn sie in den Händen vieler liegt – und nicht allein dem Vorteil weniger Konzerne dient“, so der Abgeordnete aus Rostock. Ziel müsse es sein, den Strom künftig nachhaltig und dezentral bei regionaler Wertschöpfung zu produzieren. Dafür braucht es neue, genossenschaftliche Formen der Bürger-Energie, europaweit.“ Der Umweltausschuss hatte seinen Antrag mit großer Mehrheit angenommen „und damit im Grunde auch ein Zeichen gegen die drohenden Monstertrassen in Deutschland gesetzt“, so Gericke.

Gericke selbst bezeichnet sich hinsichtlich der Energiewende „als Überzeugungstäter: Ich glaube daran, dass eine Energiegewinnung ohne Kohle und Kernkraft möglich sein kann – allerdings müssen wir dafür heute die Weichen stellen.“ Die Bundesregierung habe „keine Energiewende vollzogen – sie hat eine Vollbremsung auf der Energieautobahn hingelegt und rutscht nun im Schlingerkurs weiter.“

Dabei dränge die Zeit: „Weder Infrastruktur noch gesetzliche Vorgaben sind auf eine echte, nachhaltige Bürger-Energiewende eingestellt. Wir brauchen politische Vorfahrt für die dezentrale, genossenschaftliche Stromproduktion – auch, um künftig wieder mehr Versorgungssicherheit zu garantieren.“ Letztere sei für Unternehmen und Privathaushalte in Deutschland von existenzieller Bedeutung.

Ergänzt hatte das Europaparlament auf Antrag Gerickes (Nr. 57) die explizite „Förderung genossenschaftlicher Modelle der Bürger-Energie mit regionaler Wertschöpfung“. Der Europaabgeordnete ist überzeugt: Viele Regionen in Europa könnten sich selbst versorgen. Weiter betont er in einem Änderungsantrag „die Bedeutung dezentraler, genossenschaftlicher Bürger-Energie-Projekte und fordert deren Förderung durch die EU-Strukturfonds sowie den Abbau bürokratischer Bürden auf nationaler und regionaler Ebene.“

Gericke mahnt auch den konsequenten Ausbau und die Sanierung regionaler Nahversorgungsnetze an: „Kein Mensch braucht die transnationalen Monstertrassen, wenn wir es schaffen, uns tragfähig regional zu vernetzen.“ Will, dass Deutschland energiereich bleibt: Europaabgeordneter Arne Gericke hat in einem Bericht zur Energieunion erfolgreich die „genossenschaftliche Bürger-Energie“ eingebracht. Umso mehr brauche man Bürgergenossenschaften, die den Bau und Betrieb der lukrativen Anlagen in die Hand nehmen, um so eine echte, funktioniere Wende3 hin zur nachhaltigen Energieversorgung zu schaffen – davon profitieren die Windräder im Norden genauso wie moderne Wasserkraft oder das Biomassewerk beim Bauern um die Ecke.