Gericke kritisiert rot-grünes Döner-Wetter im Europaparlament: Viel Lärm um nichts!

Categories: Uncategorized

Hat selbst keine Angst vor Phosphat im Döner: Der Rostocker Europaabgeordnete Arne Gericke (Freie Wähler) hält nichts vom „rot-grünen Döner-Wetter“ im Europaparlament. Verbotsantrag von Grünen und Sozialdemokraten: Europaabgeordneter der Freien Wähler sieht Abstimmung im Dezember gelassen entgegen / „Der Imbiss an der Ecke ist nicht in Gefahr“

BRÜSSEL/SCHWERIN. „Ein Döner Kebab mit allem“ – geht es nach Vorstellungen der Grünen und Sozialdemokraten im Europaparlament, soll damit bald Schluss sein, denn: Der Fleischspieß enthält kleine Mengen Phosphat, um am Grill die Flüssigkeit im Fleisch zu halten. In erhöhten Mengen kann der Stoff Herz, Nieren und Kreislauf schaden. „Dafür aber müsste man ein Jahr lang 32 Döner täglich essen“, sagt Arne Gericke, Europaabgeordneter der Freien Wähler. Als Mitglied im Umweltausschuss des Parlaments hat er gegen das rot-grüne Döner-Wetter“ gestimmt und sieht der Abstimmung im Dezember-Plenum entspannt entgegen: „Der Antrag entbehrt jeder fachlichen Grundlage.“

So betrage der von der Europäischen Agentur für Lebensmittelsicherheit festgelegte Phosphat-Grenzwert in Lebensmitteln 4200 mg täglich. Eine Portion vom Fleischspieß dagegen enthalte rund 134 mg. „Man müsste also ein Jahr lang 32 Döner täglich essen, um überhaupt den Grenzwert zu erreichen.“ Deswegen ein Verbot auszusprechen, hält Gericke für „absolut fehl am Platz und übertrieben.“

Zumal das auch wirtschaftliche Folgen hätte: Einen Döner ohne Phosphat ist kaum grillbar, da er so sämtliche Flüssigkeit beim Grillprozess verliert und vom Fleischspieß nur ein trockenes Häufchen Elend bliebe. Das aber könne „kein Imbiss um die Ecke verkaufen“. Genau die aber will Gericke „nicht dem rot-grünen Regulierungswahn“ opfern. In Deutschland, so sagt er, werden über 80 Prozent der europäischen Döner produziert. „Da drohen Umsatzeinbußen von über 11 Millionen Euro täglich, knapp 120.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr. Das kann keiner wollen.“

Zumal sich das „rot-grüne Döner-Wetter“ im Umweltausschuss an einer nicht unbedeutenden Teilregulierung der EU-Kommission festmacht: „Im Endprodukt, dem gegrillten Döner, war Phosphat lange schon erlaubt. Die EU hatte nur vergessen zu regeln, dass der Zusatzstoff dann ja auch im Rohprodukt – also dem tiefgefrorenen Fleischspieß – zugelassen sein muss. Das hat sie jetzt korrigiert – und Rot-Grün hat nichts Besseres zu tun, als dem Döner-Imbiss an der Ecke daraus den Spieß zu verdrehen.“

Und obwohl die Abstimmung im Umweltausschuss zunächst knapp zugunsten des Verbots-Vorschlages ausgegangen war, sieht Gericke der Plenarabstimmung im Dezember gelassen entgegen: „Es wird sich die Stimme der Vernunft durchsetzen, denn: Selbst wenn sich die wissenschaftliche Grundlage komplett ändern und Phosphat schon in geringen Mengen als gesundheitsgefährdend eingestuft werden sollte, dann muss ich den Stoff verbieten, nicht ein einzelnes Produkt wie den Döner.“ Phosphat findet sich – in teils deutlich höherer Konzentration – beispielsweise in Schmelzkäse, Backpulver, Puddingpulver, Wurst und vielem anderen.

Einstweilen hat Gericke – schmunzelnd bei facebook – einen nicht ganz ernst gemeinten Tipp für die Verbraucher: „Lasst ihr euch also euern Döner weiter schmecken – aber bitte nicht mehr als 30 täglich, sonst wirds gefährlich…“.