Nach Urteil zu Asia Bibi: Christen in Pakistan müssen geschützt werden.

Der Europaabgeordnete von Bündnis C, Arne Gericke, zum Freispruch von Asia Bibi: „Sie wurde neun Jahre ihres Lebens beraubt.
Nach Gewaltaufrufen von Islamisten gegenüber Christen “muss die internationale Staatengemeinschaft Pakistan unter besondere Beobachtung stellen.“ Gericke fordert eine sichere Ausreise Asia Bibis und eine sofortige Sondersitzung der UN-Menschrechtskommission – „Wir müssen aktiv werden BEVOR Schlimmeres passiert.“

Auch nach dem Freispruch von Asia Bibi sieht Arne Gericke keine Besserung bei der Menschenrechtssituation in Pakistan. „Es darf jetzt keine Entwarnung gegeben werden“, warnt der Europaabgeordnete von Bündnis C, Arne Gericke. „Letztendlich war es wohl wahrscheinlich nur der öffentliche Druck, dem Asia Bibi noch ihr Leben verdankt.“ Immer wieder war Asia Bibi in den Medien präsent, nicht zuletzt durch die Nominierung des Sakharovpreises, dem Menschrechtspreis der Europäischen Union. Die Nominierung hat Arne Gericke 2017 mit unterstützt. Bereits im September 2015 war Arne Gericke mit einer Gruppe von Parlamentariern der christlichen europäischen Partei ECPM in Pakistan und hat sich mit der Familie von Asia Bibi getroffen, für ihre Freilassung gekämpft und der Familie einen Herrnhuter Stern geschenkt, der als Zeichen des Friedens auch bei ihr im Gefängnis leuchtete.

„Neun schreckliche Jahre liegen hinter Asia Bibi, in der sie unter schlimmsten Bedingungen und unter Todesangst eingesperrt und ihres Lebens beraubt wurde“, fasst Gericke den Fall zusammen und fordert: „In einem Rechtsstaat hätte Asia Bibi nun Anspruch auf Schadensersatz – nicht so in Pakistan. Dort reicht es aus einem Brunnen zu trinken und seine Meinung zu äußern, um neun Jahre eingesperrt zu werden.“  Doch nicht nur vom Staat auch von der Bevölkerung droht Asia Bibi der Rod. “Sie und ihre ganze Familie muss nun so schnell wie möglich eine sichere Ausreise garantiert werden, da der pakistanische Staat offensichtlich nicht ihre Sicherheit garantieren kann.”

Weitere Gewalt gegen Christen angedroht, Schulen wurden geschlossen

Der Freispruch spitzt die allgemeine Situation in Pakistan weiter zu. Nach Informationen der internationalen Menschenrechtsorganisation IGFM fürchtet sich die christliche Minderheit nun vor Übergriffen und Pogromen, die bereits von Islamisten angedroht wurden.

„Die UN und die öffentliche Staatengemeinschaft muss nun den allerhöchsten Druck auf Pakistan ausüben. Wir müssen ein deutliches Zeichen setzen und zeigen, dass wir es nicht hinnehmen, dass die christliche Minderheit nun wieder leiden muss. Wir müssen kurzfristig dafür sorgen, dass es nicht zu einem Blutvergießen kommt. Ein wichtiger Schritt“, so Arne Gericke, „könnte die Entsendung von UN-Menschenrechtsbeobachtern sein, die die angespannte Situation in Pakistan vor Ort genau beobachten. Es muss nun dringend eine Sondersitzung der UN-Menschrechtskommission einberufen werden. Wir müssen aktiv werden BEVOR etwas passiert“, gibt Gericke eindringlich zu Bedenken.

In vielen pakistanischen Städten kam es bereits zu Demonstrationen und Straßensperren. Christliche Schulen müssen geschlossen werden, weil die Sicherheit nicht garantiert werden kann. In der Hauptstadt Islamabad gilt die höchste Sicherheitsstufe. In Pakistan kommt es immer wieder zu öffentlicher Gewalt auch gegenüber Minderheiten. Z.B. gab es im Jahr 2017 einen Anschlag auf eine Kirche bei der acht Menschen ums Leben kamen.  Zuletzt sind bei einem Anschlag im Juli über 120 Menschen ums Leben gekommen.

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